Dialyse aktuell 2017; 21(07): 353-357
DOI: 10.1055/s-0043-116583
Schwerpunkt | Nephrologie
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Schwangerschaft bei Niereninsuffizienz

Grundlagen und HintergründeChristine Kurschat, Thomas Benzing
  • Klinik II für Innere Medizin, Nephrologie, Rheumatologie, Diabetologie und Allgemeine Innere Medizin, Uniklinik Köln
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Publication Date:
08 September 2017 (online)

ZUSAMMENFASSUNG

Eine reduzierte Nierenfunktion beeinflusst die Fertilität und geht in der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Mutter und Kind einher. Dieses Risiko hängt von der Schwere der Nierenfunktionseinschränkung ab. Frauen mit geringer Niereninsuffizienz und normalem Blutdruck haben meist kein erhöhtes Risiko. Frauen mit schwerer Niereninsuffizienz haben in bis zu 92 % der Fälle Komplikationen, daher sollte in diesem Fall mit der Schwangerschaft gewartet werden, bis eine Nierentransplantation erfolgreich durchgeführt wurde, denn diese führt zu einer deutlichen Reduktion der Komplikationen. Wenn eine nierentransplantierte Patientin einen Schwangerschaftswunsch äußert, sollte die medikamentöse Therapie vor dem Eintreten der Schwangerschaft bereits umgestellt werden. Dies betrifft i. d. R. immunsuppressive und antihypertensive Medikamente. Durch eine Schwangerschaft können sich vorbestehende Glomerulonephritiden verschlechtern, insbesondere die Lupusnephritis und die Nierenbeteiligung bei systemischer Sklerose. Harnwegsinfekte müssen in der Schwangerschaft differenziert antibiotisch therapiert werden.