Klin Monatsbl Augenheilkd 2017; 234(06): e19-e28
DOI: 10.1055/s-0043-106818
Augenheilkunde up2date
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Subjektive Refraktionsbestimmung

Teil 2: Binokularabgleich und Nahglasbestimmung
Annemarie Buser
,
Bettina von Livonius
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Publication History

Publication Date:
09 May 2017 (eFirst)

Zur vollständigen Refraktionsbestimmung gehört ein Binokularabgleich, um optimales beidäugiges Sehen in der Ferne zu ermöglichen. Zusätzlich erfolgt bei allen Presbyopen auch noch eine Nahglasbestimmung. Dieser Folgebeitrag beinhaltet die Vorgehensweise für diese beiden Refraktionsschritte.

Kernaussagen

Binokularabgleich

  • Ein optimales beidäugiges Sehen in der Ferne wird nur durch einen Binokularabgleich am Ende der Refraktionsbestimmung erreicht.

  • Ein Binokularabgleich ist immer erforderlich, sofern Binokularsehen vorhanden und die Sehschärfe beider Augen annähernd gleich ist.

  • Durch polarisierte Tests beim Binokularabgleich kann der Feinabgleich unter binokularen Sehbedingungen für beide Augen getrennt erfolgen.

  • Beim Binokularabgleich werden, unter Vernebelung beider Augen durch Vorschalten von Plusgläsern, nur die sphärischen Werte abgeglichen, die zylindrischen Refraktionswerte bleiben unverändert.

  • Die Entnebelung erfolgt ohne Polarisation mithilfe des Rot-Grün-Tests. Bei jüngeren Patienten muss darauf geachtet werden, dass die Sphäre nicht zu weit in Richtung Minus verändert und dadurch die Akkommodation wieder angeregt wird.

  • Nach Abschluss des Binokularabgleichs liegen die Fernpunkte beider Augen in gleicher Entfernung und idealerweise im Unendlichen.


Nahglasbestimmung

  • Die Bestimmung der Nahbrille erfolgt erst nach der Bestimmung der bestmöglichen Fernrefraktion mit Binokularabgleich.

  • Die Wirkung der Nahbrille ist also durch die beste Fernkorrektion und den Nahzusatz (Addition) gegeben.