Frauenheilkunde up2date 2017; 11(02): 175-186
DOI: 10.1055/s-0043-105948
Interdisziplinäre Themen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die ängstliche Patientin in der Gynäkologie und Geburtshilfe

Almut Dorn
,
Anke Rohde
Further Information

Publication History

Publication Date:
31 May 2017 (online)

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungsbildern und betreffen Frauen in stärkerem Maße als Männer. „Normale“ Ängste, wie sie jeder kennt und meist nachvollziehen kann, und behandlungsbedürftige Angststörungen können durchaus die Abläufe medizinischer Behandlungen beeinflussen oder sogar verhindern. Daher ist es hilfreich, das Wissen um Symptomatik, Ausprägung, Interventionsmöglichkeiten und Therapieansätze zu vertiefen.

Kernaussagen
  • Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungsbildern, besonders bei Frauen.

  • Ängste können so ausgeprägt sein, dass sie die Inanspruchnahme medizinischer Behandlungen beeinflussen oder sogar verhindern.

  • Panikattacken ähneln in der Symptomatik akuten Herzattacken; vor der Diagnose „Panikstörung“ muss eine kardiologische Ausschlussdiagnostik und eine Überprüfung der Schilddrüsenwerte erfolgen.

  • Mögliche verbale Interventionen bestehen in Normalisierung, Brückenfragen sowie Empathie und Wertschätzung.

  • Eine medikamentöse Intervention kann in speziellen Situationen helfen (z. B. vor der MRT-Untersuchung bei Angst vor engen Räumen).

  • Angststörungen werden vorrangig mit Verhaltenstherapie behandelt. Je nach Art und Intensität der Angststörung gibt es auch die Indikation zum Einsatz von Antidepressiva.