Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2018; 53(06): 458-465
DOI: 10.1055/s-0043-104546
Leitlinien in der Praxis
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der sichere Gefäßzugang – britisch-irische Leitlinie 2016

Safe Vascular Access – the Guideline of the Association of Anaesthesists of Great Britain and Ireland 2016
Lars Bergmann
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Publication History

Publication Date:
26 June 2018 (online)

Zusammenfassung

Die Etablierung von Gefäßzugängen ist bei der Krankenversorgung die häufigste invasive Prozedur. Sie kann bei unsachgemäßer Durchführung äußerst traumatisierend für die Patientinnen und Patienten sein. Die neue Leitlinie der britisch-irischen Gesellschaft für Anästhesiologie wurde 2016 erstellt, da trotz existierender Handlungsempfehlungen immer noch schwere Komplikationen mit negativem Einfluss auf Morbidität und Mortalität auftreten.

Abstract

This guideline was presented in 2016 due to the need for an up to date evidence-based guidance focusing on patient safety. In addition to safety-related aspects of catheter insertion or removal, organisational issues and structured training concepts were discussed. The guideline was created based on the review of current literature as well as expert opinion. The article summarizes and discusses the most important recommendations and the reader is provided with practical advice for catheter insertion or removal with the intention to improve the safety of the patients.

Kernaussagen
  • Kliniken sollten Standards vorhalten, in denen es definierte Anweisungen für das Legen und Entfernen von Gefäßkathetern sowie die Dokumentation gibt.

  • Die Punktion und das Legen von Kathetern in die V. jugularis interna sollte immer unter Ultraschallkontrolle erfolgen, zusätzlich wird die Verwendung eines Ultraschalls bei der Punktion und der Anlage aller weiteren Gefäßkatheter empfohlen, wobei derzeit hierzu keine hinreichenden Daten vorliegen.

  • Die „Landmarkentechnik“ für die Anlage von zentralvenösen Kathetern kann hilfreich sein, sollte aber Einzelfällen vorbehalten bleiben.

  • Die Verwendung eines Ultraschalls sollte frühzeitig in Erwägung gezogen werden, falls eine periphere venöse oder arterielle Punktion sich als schwierig darstellt.

  • Die intraossäre Punktion ist bei Notfällen einzusetzen, wenn es zu Schwierigkeiten bei der peripheren Venenpunktion kommt, dabei sollten alle Akutmedizinerinnen und -mediziner mit der Technik und der Anwendung vertraut sein.

  • Ärztliches Personal sollte ständig die eigenen Prozesse überprüfen und neue Leitlinien implementieren, um die Fertigkeiten und die Sicherheit bei der Anlage von Gefäßkathetern weiter zu verbessern.

  • Kliniken sollten dafür sorgen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Anlage von Gefäßkathetern kontinuierlich trainiert und supervidiert werden.

  • Kliniken sollten Systeme etablieren, damit zeitnah und sicher Gefäßzugänge angelegt werden können.