Krankenh.hyg. up2date 2016; 11(04): 343-360
DOI: 10.1055/s-0042-119222
Hygienemaßnahmen
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Hygiene in der Hochschulzahnmedizin – Teil 1: Risikofaktor Studierende

Matthias Pelka, Andreas Koch, Bernd Kunz, Anselm Petschelt
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Publication Date:
14 December 2016 (online)

Kernaussagen
  • Manuelle Reinigungs- und Desinfektionsverfahren sind in der Zahnmedizin zulässig, wenn sie stets nach detaillierten Standardanweisungen zuverlässig und reproduzierbar erfolgen und dokumentiert werden. Allerdings ist eine Prozesskontrolle bei manuellen Verfahren wesentlich aufwändiger und in der Ausbildung von Studierenden nicht umsetzbar [11]. Für Instrumente der Kategorie „kritisch B“ sind aufgrund der leichteren Validierbarkeit maschinelle Reinigungs- und Desinfektionsverfahren vorrangig anzuwenden.

  • Bei Einsatz von Reinigungs- und Desinfektionslösungen zur manuellen Reinigung von Medizinprodukten müssen nachweislich viruzide Desinfektionsmittel eingesetzt werden, sofern keine abschließende thermische Desinfektion erfolgt, z. B. im Autoklav oder Dampfsterilisator. Auf einen ausreichenden Arbeitsschutz (Handschuhe, Augenschutz, Schutzkleidung) während der manuellen Aufbereitung ist zu achten.

  • Studierende sind gemäß BioStoffV den übrigen Beschäftigten gleichzustellen. Notwendige Schutzmaßnahmen müssen bereitgestellt werden.

  • Instrumente zur Aufbereitung von Wurzelkanälen lassen sich nach Gebrauch nicht zuverlässig vollständig von anhaftenden Blut-, Gewebs-, und Dentinresten reinigen. Eine Einmalverwendung dieser Instrumente ist aus hygienischer Sicht angebracht.