Zeitschrift für Komplementärmedizin 2016; 08(05): 16-21
DOI: 10.1055/s-0036-1593493
Praxis
Endoemtriose
© Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

Hormonelle Zusammenhänge der Endometriose

Sylvia Mechsner

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Publication Date:
28 September 2016 (online)

Summary

Die Endometriose als klassische östrogenabhängige Erkrankung hat eine Reihe von Überlebensstrategien entwickelt, die es den ektopen Läsionen ermöglichen, sich zu entwickeln. Als wichtigste Pathogenesefaktoren gelten die von ovariellen Steroidhormonen unabhängige Aromataseexpression, die zu einer lokalen Estrogensynthese führt, und die Progesteronresistenz. Damit verbunden ist eine Akkumulation von lokal freigesetztem Östrogen.

Durch unterschiedliche Herdlokalisationen zeigt sich ein sehr heterogenes Beschwerdebild mit viszeralen und somatischen Schmerzen. Neben typischen Beschwerden treten eine ganze Reihe eher unspezifischer Beschwerden auf, die zyklisch, azyklisch sowie chronifiziert sein können.

Schmerzen sind die größte Herausforderung im Therapiemanagement.

Viszerale und somatische Schmerzen sind vom Charakter her sehr unterschiedlich und können die stark variierenden Beschwerden erklären. Eine mögliche Interaktion von viszeralen sensorischen Nervenfasern mit autonomen Nervenfasern kann vegetative Reaktionen wie Übelkeit und Erbrechen bedingen. Allgemein liegt der Schmerzgenese eine äußerst komplexe Aktivierung von peripheren und zentralen Sensitivierungsmechanismen zugrunde.