physioscience 2017; 13(02): 87-88
DOI: 10.1055/s-0035-1567191
Studienprotokoll
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kommentar zum Studienprotokoll

C. Pott
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Publication Date:
13 June 2017 (online)

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Die Prävalenz der Adipositas (Body Mass Index [BMI] ≥ 30) nimmt in Deutschland seit vielen Jahren kontinuierlich zu [1] – mit großer gesundheitspolitischer Relevanz. Bei übergewichtigen und adipösen Menschen werden Energieüberschüsse in Form von Fetten (an dafür nicht vorgesehenen/ektopischen Orten) gespeichert, sodass Fettdepots in Leber, Bauchspeicheldrüse, Muskel- und Herzgewebe entstehen. Massive ektopische Fetteinlagerung korreliert mit kardiovaskulären und metabolischen Erkrankungen wie Schlaganfall und Diabetes.

Die Adipositas-Forschung wirft komplexe Fragen nach Ursachen, Folgen und Behandlungsansätzen auf und versucht, Antworten zu finden. Teilgebiete dieser Forschungsansätze sind z. B. das Untersuchen der Fetteinlagerung und -verteilung und die Evaluation der verschiedenen Interventionsansätze. Die Autoren des Studienprotokolls schreiben, dass das (in Belgien) verfügbare Interventionsangebot nicht den anerkannten etablierten Leitlinienempfehlungen entspricht. Nicht nur in Belgien, auch in anderen Ländern sind die Strukturen mangelhaft: Es existiert kein flächendeckendes Angebot an spezialisierten Experten, die qualifizierte Gewichtsreduktionsprogramme durchführen. Aus diesen Gründen besitzt die vorgestellte Studie eine sehr hohe Relevanz.