physioscience 2016; 12(04): 176
DOI: 10.1055/s-0035-1567146
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Zugang zur Promotion für Physiotherapeuten erweitert

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Publication Date:
07 December 2016 (online)

Zugang zur Promotion für Physiotherapeuten erweitert

Ein Physiotherapiestudium, sprich die akademische Ausbildung zum Physiotherapeuten auf Bachelor- oder Master-Niveau, erfolgt in Deutschland üblicherweise an einer Fachhochschule. Einige forschungsaffine Physiotherapeuten wollen ihre akademische Karriere dann mit einer Promotion weiterführen, jedoch besitzen Fachhochschulen in Deutschland bis auf sehr wenige Modellvorhaben kein eigenes Promotionsrecht. Dies erschwert physiotherapeutischen Nachwuchswissenschaftlern den Zugang zu einer Promotion.

Die aktuellen Hochschulgesetze der meisten Bundesländer erlauben aber kooperative Promotionsverfahren. Dabei übernehmen ein Fachhochschul- und ein Universitätsprofessor die Betreuung und Prüfung. Der Wissenschaftsrat empfiehlt die Ausweitung solcher kooperativen Promotionsverfahren. In Forschungsprojekten an Fachhochschulen arbeitende Doktoranden sind somit auf kooperierende Universitäten angewiesen, um promoviert werden zu können.

In Bochum trafen am 18. Juli 2016 die Ruhr-Universität Bochum (RUB) und die Hochschule für Gesundheit (hsg) eine Vereinbarung, die regelt, wie qualifizierten Hochschulabsolventen der Zugang zur Promotion erleichtert werden soll. Die hsg beschäftigt im Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften auch physiotherapeutische Nachwuchswissenschaftler. Diese potenziell Promovierenden können nun die zusätzlichen Qualifikationsangebote der RUB nutzen, unter anderem die RUM Research School.

Weitere solcher Kooperationen zwischen Physiotherapieinstituten an Fachhochschulen und Universitäten sind wünschenswert, da sie die Durchlässigkeit des Wissenschaftssystems für junge und forschungsstarke Physiotherapeuten weiter verbessern und somit die Akademisierung unseres Berufstandes vorantreiben könnten.

Tobias Braun, M.Sc.

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