Radiologie up2date 2015; 15(03): 239-258
DOI: 10.1055/s-0034-1393054
Brustbildgebung/Mammografie
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Digitale Tomosynthese der Brust

Digital breast tomosynthesis
J. Hägele
,
T. Pursche
,
J. Barkhausen
,
F. Schäfer
Further Information

Publication History

Publication Date:
11 September 2015 (online)

Zusammenfassung

Die digitale Tomosynthese der Brust ist ein neues bildgebendes Verfahren, bei dem aus digitalen Projektionsaufnahmen, die über einen begrenzten Winkel aufgenommen wurden, hochaufgelöste Schichtbilder der Brust rekonstruiert werden. Die Parenchymdosis ist dabei mit der der 2D-Mammografie vergleichbar und die Methode ist insbesondere zur genauen Beurteilung von Verdichtungen und Herdbefunden geeignet. In mehreren klinischen Studien konnte die Tomosynthese der Brust wichtige zusätzliche Informationen bei mammografisch unklaren Herdbefunden und Strukturstörungen liefern. Im klinischen Alltag wird die Tomosynthese bisher vor allem als ergänzendes Verfahren bei mammografisch unklaren Befunden eingesetzt.

Abstract

In digital breast tomosynthesis a digital tomographic data set with a very high spatial resolution is reconstructed from low-dose projections collected over a limited rotation angle. This allows a very detailed assessment of e. g. masses and architectural distortions. The average glandular dose is comparable to 2 D mammography. First clinical studies demonstrated that tomosynthesis is able to supply important additional information in suspicious mammographic findings. In comparison to projection mammography, tomosynthesis shows an at least comparable diagnostic accuracy. In everyday practice, tomosynthesis is currently mostly used for further evaluation of suspicious findings in mammography.

Kernaussagen

Die Tomosynthese liefert in allen größeren Studien klinisch relevante Zusatzinformationen und ist in den bisher vorliegenden Vergleichsstudien der Mammografie mindestens gleichwertig oder sogar überlegen.

Die derzeitige Datenlage ist aber noch nicht ausreichend, um die Mammografie durch die Tomosynthese zu ersetzen und es wird noch einige Jahre dauern, bis die Methode Eingang in die klinisch relevanten Leitlinien oder das Mammografie-Screening finden wird.

Derzeit kann jedoch die Methode in der klinischen Routine eingesetzt werden, um unklare mammografische Befunde abzuklären. Bei dichter Brust kann derzeit auch die Kombination aus Mammografie und Tomosynthese in je 1 Ebene eingesetzt werden. Hierfür ist es von Bedeutung, dass eine 2D-Rekonstruktion aus den Tomosynthesedaten möglich ist.