Aktuel Ernahrungsmed 2014; 39(06): 382-391
DOI: 10.1055/s-0034-1387442
Standpunkt
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Ernährungsmedizinische Aspekte im G-DRG-System – die deutsche Situation

Clinical Nutrition and the German Diagnosis Related Group System
J. Ockenga
Medizinische Klinik II mit Schwerpunkt Gastroenterologie, Endokrinologie, Hepatologie und Ernährungsmedizin, Klinikum Bremen-Mitte
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Publication Date:
08 December 2014 (online)

Zusammenfassung

Mit Einführung des DRG-Systems in Deutschland ist es für die Ernährungsmedizin wichtig, neben dem medizinischen auch den ökonomischen Stellenwert innerhalb der Gesundheitsfinanzierung darzustellen. Ernährungsmedizinische Probleme wie Mangelernährung aber auch die Adipositas sind mit erhöhten Ressourcenallokation und damit höheren Behandlungskosten im Krankenhaus, aber auch im ambulanten Bereich verbunden. Das aktuelle G-DRG-System erlaubt bereits eine partielle Abbildung dieser Mehrkosten, jedoch bedarf es hier noch weiterer Anstrengungen um diese Effekte in Zukunft kostendeckend darzustellen. Insbesondere ist eine Überarbeitung mit einer praxisnahen Definition und Einteilung nach Schweregraden der Mangelernährung, wie sie auf der Basis des Nutritional Risk Score vorgeschlagen wird, notwendig. Für die Adipositas liegt hier eine aktuell eingeführte Klassifikation anhand des Body-Mass-Indexes vor.

Neben der Kosten und Erlösdarstellung bedarf es aber auch Qualitätsindikatoren, um die Qualität der erbrachten ernährungsmedizinischen Leistung abzubilden und damit zu sichern. Der vorliegende Artikel gibt nicht nur einen Überblick über die jetzige Situation, sondern zeigt auch die aktuellen Ansätze (inklusive Vorschläge zur Codierung und Qualitätssicherung) zur Weiterentwicklung dieser Thematik auf.

Abstract

After introducing the German Diagnosis Related Groups as the basis for hospital reimbursement it is important for clinical nutrition to demonstrate not only the medical but also the economic implications. It has been shown that the presence of malnutrition as well obesity is associated with increased allocation of health care resource and, therefore, cost. Although in the actual G-DRG-System it is partially possible to represent the increased cost, there is still a requirement for an improvement. One major step would be to introduce a clear definition and grading for malnutrition in the clinical setting. For obesity such a classification has recently be accepted by using the body mass index.

Next to treatment cost and reimbursement it is necessary to introduce quality indicators for nutritional care. By objective measurement of the treatment quality it can be avoided, that cost saving will lead to reduced quality. This article will report on current status in Germany as well as future steps for improvement of cost effectiveness and quality of nutritional care.