Klin Monatsbl Augenheilkd 2015; 232(2): 141-146
DOI: 10.1055/s-0034-1383398
Übersicht
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der okuläre Perfusionsdruck und seine Bedeutung für das Glaukom

Ocular Perfusion Pressure and its Relevance for Glaucoma
D. Schmidl
1  Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie, Medizinische Universität Wien, Österreich
,
R. Werkmeister
2  Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik, Medizinische Universität Wien, Österreich
,
G. Garhöfer
1  Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie, Medizinische Universität Wien, Österreich
,
L. Schmetterer
1  Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie, Medizinische Universität Wien, Österreich
2  Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik, Medizinische Universität Wien, Österreich
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Publikationsverlauf

eingereicht 17. Oktober 2014

akzeptiert 24. Oktober 2014

Publikationsdatum:
20. Februar 2015 (online)

Zusammenfassung

Der okuläre Perfusionsdruck ist definiert als die Differenz zwischen arteriellem und venösem Druck in den Gefäßen des Auges. In der Praxis wird der arterielle Druck in den okulären Gefäßen durch den arteriellen systemischen Blutdruck, der venöse Druck in den okulären Gefäßen durch den Intraokulardruck abgeschätzt. Damit ergibt sich ein einfach zu berechnender Wert, der insofern von Bedeutung ist, da eine Reihe von Studien gezeigt hat, dass er mit der Prävalenz, der Inzidenz und der Progression des primären Offenwinkelglaukoms verknüpft ist. Heute wird der okuläre Perfusionsdruck vor allem zur Risikoabschätzung bestimmt. Eine direkte therapeutische Intervention ist schwierig, da kein Zielwert für den okulären Perfusionsdruck festgelegt werden kann. Es ist jedoch zu bedenken, dass jede Senkung des Augeninnendrucks auch zu einer Erhöhung des Perfusionsdrucks führt. Im vorliegenden Artikel werden die Probleme und Limitierungen im Konzept des okulären Perfusionsdrucks diskutiert und mögliche Auswege für die Zukunft aufgezeigt.

Abstract

Ocular perfusion pressure is defined as the difference between arterial and venous pressure in ocular vessels. In practice, mean arterial pressure is used to substitute for arterial pressure in ocular vessels while intraocular pressure gives an estimate for ocular venous pressure. This results in a value that is easy to calculate and which is of importance since several studies have shown that it is correlated to the prevalence, incidence and progression of primary open angle glaucoma. Today, ocular perfusion pressure is used to estimate individual risks. Since no target value for ocular perfusion pressure can be defined, direct therapeutic intervention is difficult. Still, it has to be kept in mind that lowering intraocular pressure automatically leads to an increase in ocular perfusion pressure. The present article also points out problems and limitations in the concept of ocular perfusion pressure and suggests possible solutions for these problems in the future.