Zusammenfassung
Eine partnerschaftliche und patientenorientierte Zusammenarbeit zwischen dem bodengebundenen
Rettungsdienst und der Luftrettung ist in Deutschland heute Routine. Durch die Veränderungen
in den akutmedizinischen Versorgungsstrukturen hat die Einsatzhäufigkeit der Luftrettung
in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen und das Einsatzspektrum hat sich gewandelt.
Dies führt ebenfalls zu einer Zunahme der Interaktionen zwischen den sich ergänzenden
Systemen der Boden- und Luftrettung. An dieser Schnittstelle besteht, wie auch an
vielen anderen im akutmedizinischen Versorgungsprozess, noch Optimierungspotenzial.
Eine frühzeitige Indikationsstellung zum Lufttransport ist im Sinne eines patientenorientierten
Zeitmanagements unabdingbar. Durch die Reduktion unnötiger und vermeidbarer Zeitverluste
soll der adäquat versorgte Notfallpatient in einem angemessenen Zeitintervall eine
für seine individuelle Situation optimal geeignete Klinik erreichen. Neben der medizinisch-fachlichen
Qualifikation haben die „nicht technischen“ Fertigkeiten einen hohen Stellenwert insbesondere
bei der Interaktion von Behandlungsteams. Auch diese Fertigkeiten können erlernt werden
und tragen zur Optimierung der Patientensicherheit maßgeblich bei. Die Luftrettung
unterliegt einigen potenziellen Einschränkungen, die in der Zusammenarbeit berücksichtigt
werden müssen. Die Rettungsleitstellen haben als disponierende Stelle für beide Rettungssysteme
eine nicht zu unterschätzende Rolle für eine optimierte Zusammenarbeit und den zielgerichteten
Einsatz der Luftrettung.
Abstract
Today professional and patient-oriented cooperation between ground-based emergency
medical service (EMS) and helicopter-based emergency medical service (HEMS) is common
practice in Germany. Secondary to changes in the acute care infrastructure, HEMS utilization
rates have increased and the spectrum of cases has changed. This has also led to an
increase in the number of interactions between the complementary ground-based and
air-based emergency medical services. The interface between EMS and HEMS leaves room
for improvement, just like many other acute care processes. Early utilization of HEMS
is of vital importance. To reduce unnecessary and avoidable loss of time, an acutely
ill patient should be transferred to a hospital capable of treating the patient’s
individual condition within a reasonable timeframe. In addition to medical competency,
further “non-technical” skills play an important role in the interaction between different
acute care teams. These skills can be trained and contribute significantly to increased
patient safety. HEMS has potential limitations which have to be considered when working
together. As the primary coordinator for both services, the role of emergency dispatch
centers to optimize teamwork and to facilitate a goal-oriented patient care cannot
be underestimated.
Schlüsselwörter
Luftrettung - Patientensicherheit - Einsatztaktik - Versorgungsqualität - Prähospitalintervall
Keywords
helicopter-based emergency medical service (HEMS) - patient safety - operational tactic
- quality of care - cut of hospital interval