Zeitschrift für Phytotherapie 2013; 34(02): 90-98
DOI: 10.1055/s-0032-1331485
Porträt Einer Arzneipflanze
Eupatorium Perfoliatum L
© Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

Eupatorium perfoliatum L. – Neue Befunde zu einer alten Arzneipflanze

Andreas Hensel
1  Universität Münster, Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie, Hittorfstr. 56, 48149 Münster
,
Mareike Heimink
1  Universität Münster, Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie, Hittorfstr. 56, 48149 Münster
,
Matthias Lechtenberg
1  Universität Münster, Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie, Hittorfstr. 56, 48149 Münster
,
Jandirk Sendker
1  Universität Münster, Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie, Hittorfstr. 56, 48149 Münster
,
Frank Petereit
1  Universität Münster, Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie, Hittorfstr. 56, 48149 Münster
,
Andrea Derksen
1  Universität Münster, Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie, Hittorfstr. 56, 48149 Münster
,
Thomas J Schmidt
1  Universität Münster, Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie, Hittorfstr. 56, 48149 Münster
,
Joachim Kühn
2  Universitätsklinikum Münster, Institut für Medizinische Mikrobiologie – Klinische Virologie, von Stauffenbergstr. 36, 48151 Münster
,
Christian Nauert
3  Cassella-med GmbH, Gereonsmühlengasse 1, 50670 Köl
› Author Affiliations

Subject Editor:
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Publication History

Publication Date:
16 May 2013 (online)

Zusammenfassung

Eupatorium perfoliatum L. (Asteraceae) ist eine in Nordamerika beheimatete Arzneipflanze, wobei das getrocknete Kraut traditionell durch die Ureinwohner und späteren Siedler gegen Malaria, fieberhafte Erkrankungen und rheumatische Beschwerden eingesetzt wurde. Im Rahmen einer vertiefenden phytochemischen und präklinischen Untersuchung der Pflanze wurde ein breites Spektrum an sekundären Inhaltsstoffen, insbesondere das ätherische Öl, die Fraktion der Kaffeesäurederivate, das Flavonoidmuster, die Sesquiterpenlactone sowie die Triterpenfraktion untersucht und ICH-validierte analytische HPLC-Methoden zur Qualitätskontrolle erarbeitet. Die Gehalte analytischer Leitsubstanzen über den Jahresverlauf sowie die Verteilung des Sekundärstoffmusters in den einzelnen oberirdischen Pflanzenteilen werden beschrieben. Präklinische Untersuchungen ergeben Belege für antiinflammatorische Effekte ethanolischer Extrakte, die auf das Flavonoid Eupafolin sowie bestimmte Sesquiterpenlactone zurückgeführt werden können. Weiterhin konnten antiplasmodiale Wirkungen eines lipophilen Extraktes sowie eines dimeren Guajanolides gezeigt werden. Diese pharmakologischen Effekte stehen in guter Übereinstimmung mit der traditionellen Verwendung der Pflanze. Insbesondere die antiinflammatorischen Effekte korrelieren gut mit der klinischen Anwendung ethanolischer Extrakte der Krautdroge bei Erkältungskrankheiten, Rheumatismus und Arthritis.