Aktuelle Urol 2012; 43(04): 215-216
DOI: 10.1055/s-0032-1322493
Referiert und kommentiert
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Prostatakarzinom – Kombinationstherapie senkt Mortalitätsrate

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Publikationsdatum:
06. August 2012 (online)

 

Bei Patienten mit frühen, lokal begrenzten Prostatakarzinomen ist nicht abschließend geklärt, welchen Einfluss eine kurzzeitige Androgen-Entzugstherapie vor und während einer Strahlenbehandlung auf die Krebskontrolle und die Gesamtüberlebensrate von Patienten mit frühen, lokal begrenzten Prostatakarzinomen hat. Laut einer aktuellen Studie aus den USA senkte die Kombinationsbehandlung die Mortalität und Metastasierungsrate, v. a. bei Patienten mit intermediärem Risiko.
N Engl J Med 2011; 365: 107–118

mit Kommentar

Christopher Jones, University of Pennsylvania / USA, und Kollegen untersuchten in der aktuellen Studie, welchen Effekt eine kurzzeitige Androgen-Entzugstherapie in Kombination mit einer Strahlenbehandlung auf das Gesamt- und krankheitsspezifische Überlebensrate von Patienten mit Prostatakarzinom hat. Dafür schlossen sie 1979 Patienten in Stadium T1b–T2b und mit einem prostataspezifischen Antigen (PSA) von < 20 ng / ml in ihre Studie ein. In 212 amerikanischen und kanadischen Zentren erhielten 987 der Patienten die Kombinationsbehandlung in Form von 4 Monaten Antiandrogen-Therapie und ab Woche 9 die Bestrahlung des kleinen Beckens (Prostata und lokale Lymphknoten) mit insgesamt 46,8 Gy sowie der Prostata mit 19,8 Gy. Ausschließlich bestrahlt wurden 992 Patienten der Studie. Der primäre Endpunkt war definiert als Gesamtüberlebensrate. Die sekundären Endpunkte beinhalteten die krankheitsbezogene Mortalität, Fernmetastasen, ansteigendes PSA und positive Befunde bei Rebiopsien nach 2 Jahren.