Radiologie up2date 2012; 12(02): 163-184
DOI: 10.1055/s-0032-1309731
Muskuloskelettale Erkrankungen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Spondylitis und ihre Differenzialdiagnosen

Infectious spondylitis and its differential diagnosis
R. Erlemann
,
A. Hoogeveen
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Publication Date:
12 June 2012 (online)

Zusammenfassung

Die Diagnostik einer bakteriellen Spondylitis gelingt mittels MRT früh und zuverlässig, wenn die wichtigsten Diagnosekriterien vorliegen: abschlussplattenbezogene Knochenmarködeme und Erosionen zweier benachbarter Abschlussplatten, signalintensives Bandscheibenfach und Enhancement des abschlussplattennahen Knochens und des Bandscheibenfachs. Liegen nicht alle Kriterien vor, nimmt die Treffsicherheit ab. Eine erosive Osteochondrose, eine seronegative Spondylarthritis, osteoporotische Frakturen in opponierenden Abschlussplatten, aktive Schmorlʼsche Knorpelknoten und eine neurogene Spondylarthropathie können eine ähnliche Morphologie wie eine Spondylitis bieten. In dem Beitrag werden die typische und atypische Morphologie einer bakteriellen Spondylitis abgehandelt und die Kriterien zur Abgrenzung der anderen erwähnten Erkrankungen vorgestellt.

Abstract

Infectious spondylitis can be diagnosed early and reliably by MRI, given that the most important diagnostic criteria are present. These criteria are bone marrow edema adjacent to two contiguous vertebral end plates, disk space of high signal intensity and enhancement of bone adjacent to two contiguous vertebral end plates and of the disk space. If not all of these criteria are present, diagnostic accuracy decreases. Erosive osteochondritis, spondylarthritis, osteoporotic fractures of two contiguous vertebral end plates, active Schmorl´s nodes as well as neuropathic spine may mimic an infectious spondylitis. This paper presents typical and atypical morphologic patterns of infectious spondylitis as well as the differentiation criteria from the above mentioned diseases.

Kernaussagen
  • Typische MRT-Zeichen einer bakteriellen Spondylitis sind Knochenmarködeme in 2 benachbarten Wirbelkörpern, die partielle oder komplette Zerstörung der Abschlussplatten in der T1w SE-Sequenz, eine signalintensive Bandscheibe in der T2w SE- und der STIR-Sequenz, das Enhancement in den Wirbelkörpern sowie in der Bandscheibe und ggf. paravertebrales und/oder epidurales Enhancement.

  • Die Differenzialdiagnose ist schwierig, wenn eine bakterielle Spondylitis in der MRT nicht alle Diagnoseparameter aufweist oder eine andere Erkrankung einzelne morphologische Veränderungen, wie sie bei einer bakteriellen Spondylitis auftreten, bietet.

  • In den meisten Fällen gelingt die Diagnose einer Spondylitis mittels MRT zuverlässig. Andere Erkrankungen können eine ähnliche Morphologie bieten, zeigen dann aber meist nicht alle typischen morphologischen Veränderungen oder noch weitere Veränderungen.

  • Die CT ist das wichtigste Untersuchungsverfahren in der Abgrenzung einer frühen Spondylitis von einer atypischen erosiven Osteochondrose und einer aktiven CPPD.