Endoskopie heute 2012; 25 - FV32
DOI: 10.1055/s-0032-1308752

Kontrastmittel-Sonografie zur Differenzierung von benignen und malignen Leberläsionen: eine Meta-Analyse

M Friedrich-Rust 1, T Klopffleisch 1, J Nierhoff 2, E Herrmann 2, MD Schneider 1, J Vermehren 1, S Zeuzem 1, J Bojunga 1
  • 1Klinikum der J.W. Goethe-Universität, Medizinische Klinik 1, Frankfurt
  • 2J.W. Goethe-Universität, Institut für Biostatistik und Mathematische Modellierung, Frankfurt

Hintergrund: Die Europäischen Leitlinien für Ultraschall (EFSUMB) empfehlen zur Abklärung von fokalen Leberläsionen die Durchführung einer Kontrastmittelsonografie (CEUS) als Methode der ersten Wahl nach B-Bild und Doppler-Ultraschall. Diese Empfehlungen basieren auf zahlreichen Einzelstudien und wenigen großen Multicenterstudien. Ziel der vorliegenden Meta-Analyse ist es, die Gesamt- Sensitivität und Spezifität der CEUS für die Diagnose von malignen Leberläsionen zu erfassen unter Berücksichtigung aller derzeit publizierten Studien.

Methoden: Es erfolgte eine Literaturrecherche über elektronische Datenbanken bis einschließlich Januar 2011. Einschlusskriterien waren: Evaluation von CEUS und Erfassung der Sensitivität und Spezifität von CEUS für die Diagnose von malignen Leberläsionen. Die Meta-Analyse erfolgte unter Verwendung des Random-Effekt Models und des DerSimonian-Laird Schätzers im Falle von Heterogenität.

Ergebnisse: 43 Studien mit insgesamt 7276 fokalen Leberläsionen wurden in die Analyse eingeschlossen. Die mittlere Sensitivität und Spezifität für die Diagnose einer malignen Leberläsion betrug 93% (95%-CI: 92%, 95%) und 90% (95%-CI: 88%, 92%). Eine signifikante Heterogenität zwischen den einzelnen Studien konnte aufgezeigt werden, jedoch konnte ein Publikationsbias als Ursache ausgeschlossen werden. In Subanalysen konnte kein signifikanter Unterschied in den Ergebnissen gefunden werden, wenn nur Studien mit histologischer Sicherung aller Leberläsionen eingeschlossen wurden, sowie wenn hoch-qualitative mit niedrig-qualitativen oder geblindete mit nicht-geblindeten Studien verglichen wurden.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der vorliegenden Studie unterstützen die EFSUMB Empfehlungen zur Verwendung von CEUS als Methode der ersten Wahl bei der Abklärung von Leberläsionen nach B-Bild und Doppler-Ultraschall und zur Selektion von Patienten, die einer weiteren Diagnostik bedürfen (MTR, FNP, OP).