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DOI: 10.1055/s-0030-1267563
„Lidtumor“ bei chronischer Blepharitis marginalis
Hintergrund: Die chronische Blepharitis ist ein häufiges Erkrankungsbild einer augenärztlichen Praxis. Die Behandlung ist oft langwierig und eine Ursache nicht offensichtlich. Des Weiteren können „tumoröse“ Veränderungen der Lidränder nicht immer makroskopisch einer Entität zugeordnet und eine Dignität ausgeschlossen werden.
Kasuistik: Nach Vorstellung in einer auswärtigen Hautklinik wurde ein Patient mit einem „Lidtumor“ an unsere Klinik überwiesen. Auffällig war eine seit drei Monaten bestehende beidseitige chronische Blepharitis marginalis. Aufgrund der vermehrten Gefäßinjektion und der geringfügigen Erhabenheit erfolgte eine Exzision des auffälligen Lidbereiches. Histologisch konnte eine chronisch granulomatöse Entzündung im Sinne eines Chalazions und eine Follikulitis durch Demodex folliculorum (Haarbalgmilben) diagnostiziert werden.
Schlussfolgerung: Haarbalgmilben sind Bestandteil der physiologischen Hautflora und können zu Verstopfungen der Drüsenausführungsgänge führen. Sie erzeugen Entzündungsreaktionen und Epithelhyperplasien und können Vermittler therapieresistenter Blepharitiden sein.