Ernährung & Medizin 2010; 25(4): 172-177
DOI: 10.1055/s-0030-1255318
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Klinische Wirksamkeit einer supportiven Ernährungstherapie bei Patienten mit Tendopathien

Ergebnisse einer multizentrischen, kontrollierten BeobachtungsstudieFrank Weinert, Sven Authorsen
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Publication Date:
21 December 2010 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund und Fragestellung: Klinische Studien deuten darauf hin, dass Bindegewebe modifizierende Substanzen (Glucosamin- und Chondroitinsulfat, Hyaluronsäure, Kollagenhydrolysat), Antioxidanzien und antiinflammatorisch aktive Agenzien (Enzyme, Omega-3-Fettsäuren) den Krankheitsprozess bei Tendopathien günstig beeinflussen. In einer multizentrischen, kontrollierten nichtinterventionellen Beobachtungs­studie wurden deshalb die Wirksamkeit und der Nutzen einer kombinierten Gabe dieser Substanzen bei Patienten mit Tendopathien überprüft.
Material und Methoden: In die Studie (Dauer 4 Monate) wurden 136 Patienten (Alter 47,9±11,5 Jahre) mit klinisch diagnostizierter/-em Tendopathie der Achillessehne (TA), Epicondylitis humeri radialis (EHR) und Rotatorenmanschettensyndrom (RMS) aufgenommen und mit einer ergänzenden bilanzierten Diät (EBD; Orthomol Tendo®), begleitend zur Standardtherapie (Gruppe mit Ernährungsmedizin, EG; n = 78), im Vergleich zur alleinigen Standardtherapie (Kontrollgruppe, KG; n = 58) behandelt. Die klinische Wirksamkeit wurde anhand der visuellen Analogskala (VAS) zur Schmerz­intensität bewertet. Die Daten von 111 Patienten konnten ausgewertet werden.
Ergebnisse und Bewertung: Durch die 4-monatige Behandlung verringerten sich sowohl der VAS-Gesamtwert (in mm von 53 auf 7 vs. 47 auf 19) als auch die VAS-Werte für die beiden Tendopathien TA (von 57,5 auf 7 vs. 47 auf 28) und EHR (von 51 auf 5,5 vs. 43 auf 14) für die Patienten der EG im Vergleich zur KG. Die 4-monatige zusätzliche Behandlung mit der EBD führte zu einer Schmerzreduk­tion (Medianwerte) um 82 % in der EG vs. 56,1 % in der KG mit alleiniger Standardtherapie (p<0,0001). Ebenso verringerte sich der Schweregrad der Beschwerden. Diese Entwicklung war im Vergleich zwischen EG und KG für die ernährungsmedizinische Behandlung sowohl für die TA-Patienten (p<0,01) als auch für die EHR-Patienten signifikant (p = 0,0126). Insgesamt belegt die vorliegende Studie die Wirksamkeit und den Nutzen des eingesetzten Studienprodukts in der diätetischen Behandlung von Tendopathien.

Literatur

Dr. med. Frank Weinert

Allgemeinmedizin –Sportmedizin –Chirotherapie

Hügelheimer Str. 4

79379 Müllheim

Email: [email protected]

Dr. med. Sven Authorsen

Orthopädie und Unfallchirurgie –Sportmedizin –Chirotherapie –Akupunktur

Südring 180

42579 Heiligenhaus

Email: [email protected]