Klin Monatsbl Augenheilkd 2010; 227(11): 862-863
DOI: 10.1055/s-0029-1245769
Der interessante Fall

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Interne Ophthalmoplegie: erstes Zeichen einer Kompression des N. oculomotorius?

Internal Ophthalmoplegia: First Sign of Compressive Third Cranial Nerve Palsy?H. M. Elflein, S. Pitz
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Publication History

Eingegangen: 4.8.2010

Angenommen: 21.9.2010

Publication Date:
12 November 2010 (online)

Hintergrund

Eine isolierte interne Ophthalmoplegie mit Anisokorie und Akkommodationsstörung durch einen präganglionären (d. h. vor der Umschaltung im Ganglion ciliare) Schaden oder eine Kompression ist sehr selten [1].

Es wurden 2 Fälle beschrieben, bei denen eine interne Ophthalmoplegie mit Anisokorie und Akkommodationsstörungen weiteren okulomotorischen Störungen vorausging [2] [3]. In diesen Fällen betrug das Intervall zwischen Beginn der internen und Beginn der externen Ophthalmoplegie 6 Wochen bis 19 Monate. Bei beiden fand sich zunächst eine cholinerge Hypersensitivität, sodass differenzialdiagnostisch eine postgänglionäre Störung z. B. nach einer Ganglionitis durch Varizella-Zoster-Viren in Erwägung gezogen wurde, insbesondere weil anfangs keine weiteren okulomotorischen oder neuropädiatrischen Störungen vorlagen.

Wir berichten von einem 4-jährigen Jungen, bei dem die zunächst reine interne Ophthalmoplegie Folge einer Kompression des N. oculomotorius durch eine Dermoidzyste im Bereich des Sinus cavernosus war. Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Fällen waren die im Verlauf aufgetretenen Störungen der äußeren, vom N. oculomotorius versorgten Augenmuskeln ebenso so wie die interne Ophthalmoplegie wieder rückläufig.

Literatur

Dr. Heike Maria Elflein

Augenklinik und Poliklinik, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz

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