Akt Neurol 2009; 36 - P518
DOI: 10.1055/s-0029-1238612

MRT Veränderungen bei Status epilepticus nonkonvulsivus

S Menon 1, A Grabowski 1, AM Ludwig 1, B Kress 1, U Meyding-Lamadé 1, V Jost 1
  • 1Frankfurt/Main

Wir berichten den Fall einer 18-jährigen Patientin mit bekannter genuiner Epilepsie, die unter antikonvulsiver Therapie, infolge einer generalisierten Krampfserie in unsere Klinik aufgenommen wurde.

Klinisch-neurologisch fiel neben einer initial postiktalen Umdämmerung ein intermittierend aggressives Verhalten auf, das im Verlauf der folgenden 4 Tage eher in eine psychomotorische Verlangsamung mündete, so dass klinisch der Verdacht eines Status nonkonvulsivus gestellt wurde. Der bei Aufnahme unterhalb des therapeutischen Bereiches liegende Valproinsäurespiegel wurde rasch korrigiert. Das EEG zeigte bifrontal betonte hochgespannte sharp-slow-wave-Komplexe, gut vereinbar mit der Diagnose einer genuinen Epilepsie.

Die erste kernspintomographische Untersuchung zeigte eine auffällig Verquellung und Signalsteigerung in der FLAIR und DWI des Kortex temporo-occipito-parietal links. Eine Liquoruntersuchung konnte eine Enzephalitis als primäre Differenzialdiagnose dieser MR-Veränderung bei Normalbefund nicht bestätigen.

Die Patientin verbesserte sich im weiteren klinischen Verlauf zunehmend. Eine zweite MRT Verlaufsuntersuchung nach 4 Tagen zeigte nun eine deutliche Regredienz der vorbeschriebenen Veränderungen. Nach weiteren 5 Wochen wurde bei dieser Patientin erneut ein MRT des Schädels durchgeführt, welches einen altersentsprechend normalen Befund ergab.

Schlussfolgerung: Ein Status epilepticus nonkonvulsivus oder eine generalisierte Anfallsserie können bildmorphologische Veränderungen in der craniellen MRT aufzeigen, die als Schwellung des Cortex und des subcortikalen Marklagers in der FLAIR Sequenz neben der vorbekannten DWI Veränderungen imponieren. Der vorliegende Fall untermauert die Notwendigkeit einer umfassenden Diagnostik bei initial suspekten Befunden. Bei der Patientin konnten somit die Differenzialdiagnosen einer Enzephalitis wie auch einer kortikalen Dysplasie im Verlauf sicher ausgeschlossen werden, so dass lediglich die bisherige antikonvulsive Therapie modifiziert werden musste.