Zusammenfassung
Bei Behandlung von Pneumonien mit S.P. machten wir folgende Erfahrungen:
1. Die Mortalitätsziffer wurde bei 119 Fällen von 29% des Jahres 1939 unter Chininbehandlung
im Jahre 1940 unter S.P.-Behandlung bei 112 Fällen nur auf 21% gesenkt. Ein Zusammenhang
dieses weniger günstigen Ergebnisses mit epidemiologischen Schwankungen und regionären
Einflüssen wird erwogen.
2. Eine Abkürzung der Krankheit trat nicht ein. Komplikationen (Empyeme, Kreislaufschäden)
wurden nicht verhütet. Der Einzelfall zeigte aber unter der S.P.-Wirkung zumeist eine
deutliche Entgiftung. Wichtig für den behandelnden Arzt ist die Kenntnis des Auftretens
von Pseudokrisen unter S.P.-Behandlung, damit die erfolgversprechende Behandlung nach
dem ersten Temperaturabfall nicht vorzeitig abgebrochen wird.
3. In 60% der Fälle wurden die Tabletten vom Magen-Darm schlecht vertragen, sodaß
zu Injektionen oder rektaler Verabreichung übergegangen werden mußte.
Wenn auch die S.P.-Behandlung der Pneumonien sicher einen Fortschritt bedeutet, so
haften ihr doch noch wesentliche Mängel an, auf deren Beseitigung hingearbeitet werden
muß. Die Erfolge sind nach unseren Erfahrungen weniger günstig, als sie im bisherigen
Schrifttum niedergelegt sind.