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DOI: 10.1055/s-0028-1089695
Eosinophile Ösophagitis – neue Therapieoption mit Montelukast
Eosinophile Ösophagitis (EÖ) ist eine klinisch-pathologische Entität mit einem charakteristischen klinischen, endoskopischen, histologischen Erscheinungsbild, welche beim Erwachsenen immer häufiger diagnostiziert wird. Das häufigste Symptom stellt die Dyspahgie dar. Die medikamentöse Therapie umfasst meistens systemisch oder lokal applizierte Corticosteroide, obwohl keine empfohlene Standardtherapien existieren. Diese Studie untersucht die Wertigkeit von Montelukast (ML) in der Therapie bei EÖ.
12 Patienten mit EÖ wurden seit 2005 indentifiziert. Zwei Patienten mit Bolusobstruktion und distaler Ösophagusstenose wurden einer Ballondilatation unterzogen. Ein Patient berichtet über Beschwerdefreiheit postinterventionell. 11 Patienten wurden mit ML behandelt, beginnend mit 20mg tgl. für vier Wochen, nach diesem Intervall berichteten 7 Patienten über eine komplette Symptomfreiheit, drei Patienten beklagten noch dysphagische Beschwerden, weshalb die Dosis symptomorientiert erhöht wurde (max. 80mg tgl). Nach weiteren vier Wochen berichteten drei Patienten über komplette Beschwerdefreiheit bzgl. Dysphagie. Die ML-Therapie wurde nun symptomorientiert auf Erhaltungsdosis reduziert (10–40mg tgl). Ein Patient tolerierte diese Therapie aufgrund von Übelkeit und Erbrechen nicht. Seine Beschwerden rezidivierten nach ca. 14 Tagen. Alle verbliebenen Patienten (10) wurden über ein Jahr mit ML-Erhaltungstherapie behandelt.
Nahezu alle Patienten (10/11) wiesen eine deutliche Verbesserung ihrer dysphagischen Symptome auf. Die berichteten unerwünschten Wirkungen waren vernachlässigbar gering. 10 Patienten mit Montelukast in der Erhaltungstherapie blieben beschwerdefrei.
Diese retrospective Studie eines konsequenten symptomorientierten ML-Regime zeigt eine gute klinische Wirksamkeit bei Patienten mit EÖ sowie eine ebenso gute Verträglichkeit. Bei fehlenden Therapieempfehlungen wird allgemein eine Therapie mit Fluticasone favorisiert, nichts destotrotz konnten wir eine gute Kompliance (Tabletteneinnahme vs. Puff-Schlucken) und deutlich weniger Nebenwirkungen (orale Candidose) in dieser Untersuchug zeigen. Weitere Studien werden benötigt, um die Wertigkeit von ML insbesondere in der Erhaltungstherapie zu evaluieren.