Geriatrie up2date 2023; 05(01): 25-37
DOI: 10.1055/a-1996-8966
Neurologie und Psychiatrie

Konzepte der Sturzrisikoabschätzung bei neurogeriatrischen Patienten

Roman Schniepp
,
Ken Möhwald

Neurogeriatrische Patienten sind sturzgefährdet. Dieser Beitrag beschreibt allgemeine, klinische und mobilitätsbezogene Sturzrisikofaktoren und gibt eine Übersicht zur Identifikation von sturzgefährdeten Patienten sowie praxisbezogene Instruktionen zur Durchführung eines strukturierten, multimodalen Sturzassessments. Die Routinediagnostik wird dadurch um standardisierte klinische Untersuchungen sowie apparative und mobile Bewegungsanalysen erweitert.

Kernaussagen
  • Es existieren allgemeine und erkrankungsspezifische Risikofaktoren, die das Sturzrisiko wesentlich beeinflussen.

  • Patienten mit zentralen neurologischen Erkrankungen stürzen häufiger und schwerwiegender im Vergleich zu Patienten mit peripheren Erkrankungen.

  • Für betagte Patienten ab 65 Jahren mit mehr als einem Sturz im letzten Jahr und für Patienten mit neurologischen Gangstörungen wird ein strukturiertes Sturzassessment empfohlen.

  • Das Sturzrisikoassessment sollte allgemeine, erkrankungsspezifische und mobilitätsbezogene Diagnostikverfahren umfassen.

  • Mit Entwicklung tragbarerer Sensorik sind Messungen mit Analyse von Alltagsaktivität und von Langzeitbewegungsdaten möglich, die die klassische instrumentelle Ganganalyse ergänzen.



Publication History

Article published online:
02 February 2023

© 2022. Thieme. All rights reserved.

Georg Thieme Verlag KG
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany