Klin Monbl Augenheilkd
DOI: 10.1055/a-1332-1734
Kasuistik

Posttraumatische Bulbushypotonie durch Epithelinvasion

Article in several languages: English | deutsch
1  Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Halle, Deutschland
,
Celestina Schober
1  Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Halle, Deutschland
,
Andrea Huth
1  Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Halle, Deutschland
,
Udo Siebolts
2  Institut für Pathologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle, Deutschland
,
Arne Viestenz
1  Universitätsklinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Halle, Deutschland
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Zusammenfassung

Hintergrund Die intraokuläre Epithelinvasion stellt eine seltene, aber schwere posttraumatische Komplikation dar. Unbehandelt kann sie zu Hornhautdekompensation, sekundärem Winkelblockglaukom, Netzhautablösungen und Erblindung führen.

Patient und Methode Ein 10-jähriger Patient mit extern zeitlich verzögerter Wundversorgung einer penetrierenden Bulbusverletzung litt an Hornhauteinschmelzung und -dekompensation, Netzhautablösung und Bulbushypotonie. Nach perforierender Keratoplastik, Zyklopexie und Vitrektomie zeigte sich innerhalb weniger Tage eine Hornhauteinschmelzung im Interface mit erneuter Netzhautablösung. Der Bulbus wurde bei infauster Prognose enukleiert.

Ergebnisse Die optische Kohärenztomografie (OCT) zeigte neben der Hornhauteinschmelzung retrokorneal stark hyperreflektive Strukturen. Es zeigte sich eine diffuse Epithelinvasion retrokorneal, auf Iris, Ziliarkörper, Netzhaut und unter der Aderhaut mit erneuter, traktiver Ablatio retinae.

Schlussfolgerung Posttraumatisch kann eine Epithelinvasion zur traktiven Ablatio retinae, Ziliarkörperabhebung bzw. Hornhauteinschmelzung führen. Hyperreflektive Membranauflagerungen im OCT können hinweisgebend auf eine diffuse Epithelinvasion sein. Gerade bei Kindern sollte bei Bulbusverletzungen größter Wert auf zeitnahen Wundverschluss gelegt werden, um diese posttraumatische Komplikation zu vermeiden.



Publication History

Received: 17 September 2020

Accepted: 30 November 2020

Publication Date:
04 February 2021 (online)

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