Klin Monbl Augenheilkd
DOI: 10.1055/a-1263-9979
Übersicht

Entwicklung und Stand des Hornhautbankings unter besonderer Berücksichtigung des Engagements von LIONS Clubs

Article in several languages: English | deutsch
1  International Vision Correction Research Centre (IVCRC), Universitäts-Augenklinik Heidelberg, Ettlingen, Deutschland
2  Institut für Experimentelle Ophthalmologie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar, Deutschland
,
Gerd Uwe Auffarth
3  Universitäts-Augenklinik, Universitätsklinikum Heidelberg, Deutschland
,
Olaf Hellwinkel
4  Institut für Rechtsmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Deutschland
,
Daniel Kampik
5  Augenklinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg, Deutschland
,
Philip Christian Maier
6  Augenklinik, Universitätsklinikum Freiburg, Deutschland
,
7  Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar, Deutschland
,
Thomas Wegner
8  LIONS Clubs International, Hamburg, Deutschland
,
Frank Krogmann
9  Geschäftsführer, Julius-Hirschberg-Gesellschaft, Thüngersheim, Deutschland
,
Katja Rosenbaum
10  Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Düsseldorf, Deutschland
,
Gerd Geerling
10  Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Düsseldorf, Deutschland
› Author Affiliations

Zusammenfassung

Hintergrund Seit Durchführung der ersten erfolgreichen Keratoplastik im Jahr 1905 bestand die Notwendigkeit der Aufbewahrung von transplantierbaren Hornhäuten. Paton gründete 1944 die erste Hornhautbank in New York. Mit Helen Kellers Aufruf 1925, dass LIONS die „Ritter im Kampf gegen die Blindheit“ sein sollen, beteiligte sich LIONS Clubs International weltweit an der Gründung von Hornhautbanken. Die Entwicklung des Hornhautbankings soll allgemein sowie unter besonderer Berücksichtigung der Unterstützungsmöglichkeiten von LIONS dargestellt werden.

Methode Selektive Literaturrecherche über PubMed, Google Scholar und Google in enger Zusammenarbeit mit den bereits etablierten LIONS-Hornhautbanken in Deutschland, LIONS Clubs International (USA) und der Julius-Hirschberg-Gesellschaft (Österreich). Die Gründungsprozesse von 6 deutschen Banken und aktuelle Leistungen werden analysiert.

Ergebnisse Filatov war der Erste, der Spenderaugen in einem feuchten Behälter kühl für wenige Tage aufbewahrte. Summerlin et al. beschrieben 1973 die Methode der Organkultur von Spenderhornhäuten und McCarey und Kaufman 1974 ein flüssiges Speichermedium zur Lagerung. Die LIONS Service Clubs und ihre Organisationsstruktur unterstützten 1952 erstmalig eine Hornhautbank in den USA, 1962 außerhalb Amerikas in Hongkong und 1969 in Deutschland. Dabei erfolgt die Förderung über alle Ebenen von LIONS in Form von Netzwerkunterstützung und Sachmitteln. Personalmittel werden i. d. R. nicht gestellt. Heute gibt es weltweit 88 Hornhautbanken, davon 44 sog. LIONS-Hornhautbanken. In Deutschland werden aktuell 6 der insgesamt 26 Hornhautbanken unter LIONS-Patenschaft in Trägerschaft von Universitätskliniken geführt. Obwohl die Transplantationszahl in den letzten Jahren aufgrund neuer Operationstechniken steigt, wächst die Zahl der auf ein Spendergewebe wartenden Patienten infolge der Indikationsausweitung ebenfalls.

Schlussfolgerungen Auch heute noch limitiert die Verfügbarkeit von Spenderhornhäuten die Patientenversorgung. Hornhautbanken helfen, den Bedarf an Spenderhornhäuten zu decken. Die Herstellungsmethoden und technische Ausstattung von Hornhautbanken muss jedoch fortlaufend angepasst werden. In ihrer Etablierung können die lokalen, nationalen und internationalen Netzwerke der LIONS Clubs hilfreich sein, um rechtliche Voraussetzungen und strukturelle Entwicklungen zu ermöglichen. Diese Hilfe erfolgt oft über Jahre, löst häufig weiteres öffentliches Engagement aus und ist so auch ein stützendes Element für die zukünftige Entwicklung von Hornhautbanken in Deutschland.



Publication History

Received: 15 September 2020

Accepted: 28 October 2020

Publication Date:
17 March 2021 (online)

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