Klin Monbl Augenheilkd 2020; 237(02): 126-127
DOI: 10.1055/a-1073-2762
Editorial
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Paradigmenwechsel beim primären Offenwinkelglaukom: von der Vorstellung einer lokalisierten Optikusneuropathie hin zu einer systemischen Neurodegeneration

Paradigm Shift in Primary Open Angle Glaucoma: From a Localized Optic Neuropathy to a Systemic Neurodegeneration
Carl Erb
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Publication Date:
10 February 2020 (online)

Seit der Entdeckung des Augenspiegels von Helmholtz wird das Glaukom als eine lokalisierte Optikusneuropathie angesehen mit typischen morphologischen und funktionellen Auffälligkeiten. Die maßgebliche Pathophysiologie wurde in einem erhöhten Augeninnendruck gesehen im Rahmen einer trabekulären Abflussstörung, die konsekutiv zu einem Sehnervenschaden führt. Diese Vorstellung hat sich Jahrzehnte lang gehalten und fand auch ihren Einfluss in die damalige Glaukomdefinition: „Als Glaukom bezeichnet man ätiologisch verschiedene Krankheitsbilder, deren gemeinsames Kennzeichen die Steigerung des Augeninnendruckes über die Normgrenze ist“ [1].