Klin Monbl Augenheilkd 2020; 237(01): 95-111
DOI: 10.1055/a-1023-9678
CME-Fortbildung
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

OCT-Angiografie

OCT Angiography
Albrecht Lommatzsch
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Publication Date:
19 November 2019 (online)

Zusammenfassung

Die OCT-Angiografie (OCTA) stellt ein neues nichtinvasives Verfahren zur dreidimensionalen Darstellung der retinalen und choroidalen Gefäße dar. Im Vergleich zur konventionellen Angiografie erlaubt die OCTA eine Separierung und differenzierte Untersuchung oberflächlicher und tiefer retinaler Gefäßsysteme und erschließt neue Möglichkeiten zum Verständnis der Pathophysiologie vaskulärer Netzhauterkrankungen sowie zur Früherkennung vaskulärer Veränderungen. Im Gegensatz lässt sich jedoch nur der intravaskuläre Flow beurteilen, sodass klassische Angiografiephänomene wie Leckage mit der OCTA nicht dargestellt werden können.

Abstract

OCTA expands the spectrum of multimodal retinal imaging as a non-invasive procedure. Subtraction analysis of two temporally dense and identical B-scan images only show changes corresponding to the flow in the blood vessels. Freely selectable segmentation visualization of different layers of the retina, RPE, choriocapillars and choroid. By means of manufacturer-specific quantification options and 3-D representation changes in findings under a therapy can be well represented. At present, OCTA is still bound to a corresponding B-scan. The OCTA is currently not a substitute for the conventional FAG, as it can give no indication of permeability disorders and fluid movements over time and the image is still very limited. These limitations will soon disappear as a result of rapid technological development and provide the OCTA with a permanent place in the multimodal imaging of the retina. With further development, new biomarkers for therapy and re-treatment may be safely defined for some diseases.

Kernaussagen
  • Die OCT-A erweitert als nichtinvasives Untersuchungsverfahren das Spektrum der multimodalen retinalen Bildgebung. Durch Subtraktionsanalyse zweier zeitlich dichter und identischer B-Scan-Bilder wird nur abgebildet, was sich verändert. Dies entspricht dem Flow in den Blutgefäßen.

  • Durch frei wählbare Segmentierungen können unterschiedliche Schichten der Netzhaut, RPE, Choriokapillaris und Aderhaut selektiv untersucht werden.

  • Durch herstellerspezifische Quantifizierungsmöglichkeiten und 3-D-Darstellungen lassen sich Befundänderungen unter einer Therapie gut darstellen.

  • Einsatzmöglichkeiten sind:

    • retinale Gefäßerkrankungen,

    • altersabhängige Makuladegeneration (AMD),

    • pathologische Myopie,

    • Uveitis,

    • Glaukom.

  • Gegenwärtig ist Befundung der OCTA noch an einen korrespondierenden B-Scan gebunden.

  • Die OCTA ist gegenwärtig noch kein Ersatz für die konventionelle Fluorescein-Angiografie.