Z Orthop Unfall 2020; 158(01): 111-131
DOI: 10.1055/a-0850-0469
CME-Fortbildung
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Behandlung der Mittelhand- und Phalangenfrakturen

Treatment of Metacarpal and Phalangeal Fractures
Athanasios Terzis
,
Florian Neubrech
,
Michael Sauerbier
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Publication History

Publication Date:
13 February 2020 (online)

Zusammenfassung

Mittelhand- und Phalangenfrakturen sind in der Summe die zweithäufigsten Frakturen der oberen Extremität. Die korrekte Therapie und Nachbehandlung sind essenziell für die Wiederherstellung der Funktion der verletzten Hand. Das bessere Verständnis von Anatomie und Biomechanik der Mittelhand und Phalangen sowie die Entwicklung moderner Implantate erlauben gute Ergebnisse bei der operativen Versorgung, wenn auch die konservative Therapie einen großen Stellenwert hat.

Abstract

Metacarpal and phalangeal fractures are the second most frequent fractures of the upper extremity. Treatment goal is to restore the function of the injured hand. Due to better understanding of anatomy and biomechanics as well as the development of locking and low-profile implants for osteosynthesis of such fractures, there is a growing safety when choosing the operative treatment for the correct indication. Nevertheless, conservative treatment of these injuries still plays an important role.

Kernaussagen

Konservative Therapie

  • Indikation:

    • stabile, nicht oder gering dislozierte Mittelhand- und Phalangenfrakturen ohne Torsionsabweichung.

  • Diese Frakturen können i. d. R. konservativ behandelt werden, allerdings ist die Anbindung an eine kompetente Physio- und Handergotherapie für ein optimales funktionelles Ergebnis unabdingbar.

  • Die empfohlene Therapie ist die Ruhigstellung in einem Mittelhand-Brace und die Beübung mit einem Zwillingsverband („Buddy-Tape“) zum Nachbarfinger.

  • Wichtig sind zudem Röntgenverlaufskontrollen.

Operative Therapie

  • Indikation:

    • offene, instabile, mehrfragmentäre Frakturen mit Gelenkflächenbeteiligung,

    • Frakturen mit Weichteilbegleitverletzungen,

    • Frakturen mit Torsionsabweichung der Finger.

  • Für die operative Behandlung solcher Frakturen stehen moderne, winkelstabile, Low-Profile-Implantate zur Verfügung, die eine Weichteilirritation verhindern.

  • In jedem Fall sollte eine Situation erzielt werden, die zumindest eine belastungsfreie Beübung während der Knochenheilung erlaubt.