Klin Monbl Augenheilkd
DOI: 10.1055/a-0841-3479
Offene Korrespondenz
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die Credé-Prophylaxe – eine rein gynäkologisch-geburtshilfliche „Erfindung“?

Credé Prophylaxis – a Purely Gynaecological-Obstetric “Invention”?
Jens Martin Rohrbach
1  Department für Augenheilkunde, Forschungsbereich Geschichte der Augenheilkunde/Ophthalmopathologisches Labor, Eberhard-Karls-Universität Tübingen
,
Bogomil Voykov
2  Department für Augenheilkunde, Eberhard-Karls-Universität Tübingen
,
Sebastian Thaler
2  Department für Augenheilkunde, Eberhard-Karls-Universität Tübingen
› Author Affiliations
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Publication History

eingereicht 02 January 2019

akzeptiert 13 January 2019

Publication Date:
02 May 2019 (online)

„Die folgenden Mittheilungen über die Verhütung der Augenentzündung der Neugeborenen veröffentliche ich deshalb nicht in einem Fachjournale der Ophthalmologie, sondern in diesem Archiv, weil die Krankheit fast ausschließlich durch eine Infection während des Geburtsactes entsteht, also mit einer Erkrankung der weiblichen Genitalien unmittelbar zusammenhängt. Auch muss die Verhütung der Krankheit allein in die Hände der Geburtshelfer und Hebammen gelegt werden. Ich beschränke mich ausschließlich auf die praktische Frage der Prophylaxis. Im Allgemeinen kommen die Augenentzündungen der Neugeborenen seltener in den höheren Ständen vor, häufig schon im Proletariate, aber in den Entbindungsanstalten gehören sie zu einer fortlaufenden, höchst lästigen Plage und Sorge“ [1].