Klin Monbl Augenheilkd 2020; 237(01): 32-34
DOI: 10.1055/a-0838-5761
Der interessante Fall
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Subkutaner Tumor des oberen Augenlides: Befall durch Dirofilaria repens

Subcutaneous Tumor of the Upper Eyelid: Infestation by Dirofilaria repens
Boze Mihaljevic
Department für Ophthalmologie, Universitätsklinik Sestre milosrdnice, Zagreb, Kroatien
,
Renata Ivekovic
Department für Ophthalmologie, Universitätsklinik Sestre milosrdnice, Zagreb, Kroatien
,
Ognjen Zrinscak
Department für Ophthalmologie, Universitätsklinik Sestre milosrdnice, Zagreb, Kroatien
,
Zoran Vatavuk
Department für Ophthalmologie, Universitätsklinik Sestre milosrdnice, Zagreb, Kroatien
› Author Affiliations
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Publication History

eingereicht 29 August 2018

akzeptiert 06 December 2018

Publication Date:
02 May 2019 (online)

Einleitung

Dirofilaria ist eine zoonotische Wurmerkrankung, die durch einen Parasiten der Gattung Dirofilaria verursacht wird [1]. Dirofilaria sind in mediterranen Ländern, wie Italien, Frankreich, Griechenland und Kroatien, einheimisch. Zu den Betroffenen zählen meist Hunde, Wölfe, Füchse oder andere nicht menschliche Säugetiere, Menschen sind nur selten betroffen. Die Ansteckung des Menschen erfolgt durch Anthropoden, deren Zwischenwirt und Überträger Mücken sind. Im Unterhautgewebe paaren sich ausgewachsene Würmer und bilden Mikrofilarien, die sich im peripheren Blut befallener Tiere befinden. Diese werden durch Stechmücken aufgenommen und entwickeln sich dort zu infektiösen Larven. Diese sog. Drittlarven werden während des Saugaktes auf den Menschen übertragen. Die ausgewachsenen Würmer können hier nicht das Stadium sexueller Reife erreichen, weshalb sich Mikrofilarien nicht im Menschen entwickeln. Dirofilaria immitis hat eine weltweite Ausbreitung, wohingegen Dirofilaria repens derzeit nur in Europa, Asien und Afrika vorkommt [2]. Der Befall des Menschen zeigt sich für gewöhnlich durch ein punktuelles Knötchen (der ausgewachsene Fadenwurm ist durch das Immunsystem eingekapselt) in der Nähe des infizierten Mückenstichs. Klinische Formen sind okular, subkutan und manchmal sogar pulmonal.

Von 6 der 40 verschiedenen Arten der Dirofilaria (D. immitis, D. repens, D. straita, D. tenuis, D. ursi und D. spectans) ist bekannt, dass sie Krankheiten beim Menschen verursachen können [1]. Dabei handelt es sich um unilaterale Infektionen, die meist subkonjunktival sind und eine orbitale Dirofilaria/Dirofilaria des Augenlides zur Folge haben. Es können aber auch intravitreale oder orbitale Fälle sein [3]. Patienten haben eine tastbare Masse. Die meisten dokumentierten Fälle dieser Art beim Menschen können der Dirofilaria repens zugeordnet werden [4]. Bei der Differenzialdiagnose von Tumoren subkutanen periokularen Gewebes muss ein Befall, wie er durch Dirofilaria repens verursacht wird, in Betracht gezogen werden.