Rehabilitation (Stuttg) 2019; 58(01): 12-14
DOI: 10.1055/a-0810-3856
Der interessante Fall
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Herausfordernde Blutzuckereinstellung bei einer frisch lebertransplantierten Diabetikerin in der Anschlussrehabilitation

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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
15. Februar 2019 (online)

Einleitung

Die Lebertransplantation (LTx) ist ein seit vielen Jahren bestehendes und bewährtes Verfahren bei chronischen Leberkrankungen im Endstadium. In den USA erfolgten 2016 über 30 000 LTx, in Deutschland waren es im vergangenen Jahr 760 [1] [2]. Die Überlebensrate hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert und lag für den Zeitraum 2004–2009 bei 85% nach einem und bei 73% nach 5 Jahren [3] [4]. Die Hauptindikationen sind Fibrose und Zirrhose als Folge chronischer Leberentzündungen, wie Hepatitis C (HCV) oder Autoimmunhepatitis gefolgt von alkoholischer Zirrhose, bösartigen Neubildungen und akutem Leberversagen [5]. Bei 10–20% der LTx gelisteten Patienten besteht bereits vor der LTx eine diabetische Stoffwechsellage, bei weiteren 10–30% entwickelt sich in den ersten 12 Monaten nach LTx ein Posttransplantationsdiabetes (PLTDM) [6] [7] [8]. Ob ein vorbestehender Diabetes mellitus oder PLTDM Einfluss auf Post-LTx Komplikationen, Transplantatüberleben und Gesamtmortalität hat, ist derzeit nicht abschließend geklärt. In der Mehrzahl der Untersuchungen konnte kein negativer Einfluss festgestellt werden mit Ausnahme einer Studie, in der über eine erhöhte Infektionsrate berichtet wird [8] [9] [10]. Obwohl nicht explizit in den vorliegenden Studien untersucht, dürfte die in dieser Phase anzustrebende strikte Stoffwechseleinstellung eine wichtige Rolle spielen. Die Betreuung solcher Patienten in der Anschlussrehabilitation stellt eine besondere Herausforderung an das betreuende Team dar. In unserer Klinik wurden letztes Jahr 31 LTx Patienten betreut, davon sechs mit bereits vor der LTx bestehendem Typ 2 Diabetes und ein Patient mit PLTDM. (unveröffentlicht). Spezielle Probleme einer zunächst instabilen Stoffwechsellage und ihre Stabilisierung in der Anschlussrehabilitation sollen anhand des Falles einer LTx Patientin mit Typ 2 Diabetes dargestellt und mögliche zugrunde liegende Ursachen erörtert werden.