PSYCH up2date 2019; 13(01): 79-91
DOI: 10.1055/a-0630-9844
Abhängigkeitserkrankungen

Glücksspielabhängigkeit

Hans-Jürgen Rumpf
,
Anika Trachte
,
Gallus Bischof

Glücksspiele haben eine lange Tradition und sind in der Bevölkerung weitverbreitet. Viele sind harmlos, manche besitzen ein Suchtpotenzial und diese führen bei einer kleinen, aber relevanten Gruppe der Bevölkerung zu einer schwerwiegenden Suchterkrankung, die eine ausgesprochen hohe Belastung für den Betroffenen und sein Umfeld darstellt.

Kernaussagen
  • Glücksspielen ist in Deutschland weitverbreitet, führt aber nur bei einer kleinen Gruppe von Personen zu schwerwiegenden Störungen.

  • Die Glücksspielstörung zählt zu den Suchterkrankungen.

  • Risikofaktoren sind männliches Geschlecht, junges Alter, niedriger Bildungsstatus, Arbeitslosigkeit, Migrationshintergrund und psychische Komorbidität.

  • Nur wenige der Betroffenen nehmen therapeutische Hilfen in Anspruch.

  • Kurze Interventionen im Rahmen der Frühintervention zeigen insgesamt Wirksamkeit, weisen aber eher kleine Effekte auf.

  • Die Wirksamkeit von Psychotherapie ist gut belegt und basiert in der Regel auf kognitiv-behavioralen Konzepten oder auf dem Motivational Interviewing.



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Publication Date:
04 January 2019 (online)

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