Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement 2003; 8(4): 231-237
DOI: 10.1055/s-2003-41749
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Kostenträgerrechnung thorakoskopischer Operationsverfahren in der Versorgung von Wirbelfrakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule unter Berücksichtigung des pauschalierten Vergütungssystems

Cost Analysis of the Minimal Invasive Operative Treatment of Unstable Vertebral Fractures of the Thoracic and Lumbar SpineE.  Hartwig1 , M.  Bischoff1 , L.  Kinzl1 , M.  Kramer1 , A.  Hawner2 , M.  Schultheiss1
  • 1 Abteilung für Unfall-, Hand - und Wiederherstellungschirurgie der Universität Ulm (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. L. Kinzl)
  • 2 Kreiskliniken Unterallgäu
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Publication Date:
26 August 2003 (online)

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Zusammenfassung

Zielsetzung: Ziel der Untersuchung war es, eine Kostenträgerrechnung der Versorgung komplexer Wirbelfrakturen durchzuführen, bei welchen die Indikation zu einer ventrodorsalen operativen Intervention bestand. Methodik: Retrospektiv wurden seit Januar 2000 Patienten erfasst, die wegen einer Fraktur der Brust- oder Lendenwirbelsäule kombiniert ventrodorsal versorgt wurden. Ermittelt wurden die Kosten für Infrastruktur, OP-Sachmittel, das Personal auf den Stationen und des OP-Teams, Anästhesie und weitere regelmäßig anfallendende Untersuchungen. Diese Kosten wurden den Erträgen nach tagesgleichen Pflegesätzen und dem DRG-System gegenübergestellt. Ergebnisse: Das ventrale thorakoskopische Operationsverfahren ist mehr als doppelt so teuer als die dorsale Stabilisierung. Lediglich bei Patienten mit neurologischen Ausfällen ist unter der DRG-Kalkulation eine Kostendeckung annähernd erreicht, während bei Patienten ohne neurologische Komplikationen in unserer Klinik ein Defizit von 4628,45 € entsteht. Schlussfolgerung: Eine wirtschaftlich sinnvolle Versorgung ist bei Patienten ohne neurologische Komplikationen nicht mehr möglich. Somit ist eine Anpassung der deutschen Relativgewichte zur Gewährleistung einer qualitativ hochwertigen Versorgung der Patienten dringend zu fordern.

Abstract

Aim: Target of investigation was to execute a cost analysis in treatment of unstable spine fractures, in which indication for a combined ventrodorsal stabilization existed. Method: Since January 2000 patients were entered retrospectively, who were operated because of thoracic or lumbar spine fracture in a combined ventrodorsal approach. The costs of infrastructure, operating equipment, ward and operating personnel, anaesthesia and further regularly occurring examinations were determined. These costs were compared to yields of per-diem operating cost rates and to the DRG-system. Results: The ventral thoracoscopic operation procedure is more as twice as expensive than dorsal spine stabilization. Cost equalization is approximately achieved only in patients with neurological failures, whereas a deficit of 4628.45 € develops in patients without neurological complications under DRG-calculation. Conclusion: An economically efficient medical care is no longer possible in patients without neurological complications. Consequently, an adjustment of the German relative weights must urgently be demanded in order to guarantee a high-quality medical care of patients.

Literatur

1 Hartwig E., Bischoff M. et al.: Kostenträgerrechnung thorakoskopischer Operationsverfahren in der Versorgung von Wirbelfrakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule unter Berücksichtigung des pauschalierten Vergütungssystems.

2 Hartwig E., Bischoff M. et al.: Kostenträgerrechnung thorakoskopischer Operationsverfahren in der Versorgung von Wirbelfrakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule unter Berücksichtigung des pauschalierten Vergütungssystems.

3 Hartwig E., Bischoff M. et al.: Kostenträgerrechnung thorakoskopischer Operationsverfahren in der Versorgung von Wirbelfrakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule unter Berücksichtigung des pauschalierten Vergütungssystems.

Dr. med. M. Bischoff

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