Nuklearmedizin 2025; 64(01): 109
DOI: 10.1055/s-0045-1804460
Abstracts │ NuklearMedizin 2025
Wissenschaftliche Poster
Schilddrüse

Optimierung der Radiojodtherapie: Untersuchung der Verteilungsfaktoren und der Variabilität der Halbwertszeit bei autonomen Schilddrüsenerkrankungen

Authors

  • M Gammel

    1   Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Klinikum rechts der Isar, TUM School of Medicine and Health, München, Deutschland
  • K Hansen

    1   Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Klinikum rechts der Isar, TUM School of Medicine and Health, München, Deutschland
  • V Petrova

    1   Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Klinikum rechts der Isar, TUM School of Medicine and Health, München, Deutschland
  • S van Marwick

    1   Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Klinikum rechts der Isar, TUM School of Medicine and Health, München, Deutschland
  • M Eiber

    1   Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Klinikum rechts der Isar, TUM School of Medicine and Health, München, Deutschland
  • S Nekolla

    1   Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Klinikum rechts der Isar, TUM School of Medicine and Health, München, Deutschland
 
 

Ziel/Aim: Trotz supprimierter TSH-Werte weisen Patienten mit autonomen Adenomen häufig eine signifikante Jodaufnahme im restlichen Schilddrüsengewebe auf. Ziel ist die Analyse der I-131-Verteilung auf autonome Adenome im Vergleich zum restlichen Schilddrüsengewebe sowie möglicher Variationen in der effektiven Halbwertszeit.

Methodik/Methods: Bei fünf hyperthyreoten Patienten mit supprimiertem TSH-Spiegel (< 0,1 µU/ml), davon drei mit autonomen Adenomen und zwei mit fokal/disseminierter Autonomie, wurde über 4 Tage ein Radiojodtest mit 2,7±0,3 MBq I-131 durchgeführt. I-131-Szintigraphien erfolgten 24 und 72h prätherapeutisch an einer hochauflösenden Kleinfeld-Gammakamera (256 x 256 Matrix). Posttherapeutische Sondenmessungen und Szintigraphien erfolgten nach 12- 48 h. ROIs wurden mit einer automatischen Region-Grow-Funktion um die gesamte Schilddrüse und das Adenom erstellt und als Cloud of Points präzise auf die prä- und posttherapeutischen Szintigrafien projiziert. Aus jeder Szintigrafie wurde ein Verteilungsfaktor berechnet, indem die Counts des Adenoms durch die des restlichen Schilddrüsengewebes geteilt wurden; ein Faktor>1 zeigt eine höhere Jodaufnahme im Adenom an, ein Faktor<1 eine höhere Aufnahme im restlichen Gewebe.

Ergebnisse/Results: In dieser vorläufigen Analyse zeigten zwei von drei Patienten mit unifokalem Adenom einen posttherapeutischen Verteilungsfaktor<1 (0,4 und 0,8), was auf eine signifikante disseminierte Komponente im restlichen Schilddrüsengewebe hinweist, die einen Teil der therapeutischen Dosis absorbiert. Des Weiteren sank der Verteilungsfaktor innerhalb der ersten 72 h um etwa 5,7 Prozentpunkte. In Fällen mit einem Verteilungsfaktor>1 nahm dieser ebenfalls um durchschnittlich 6,3 Prozentpunkte ab, was auf unterschiedliche effektive Halbwertszeiten zwischen fokalem Adenom und disseminierter Autonomie hinweist.

Schlussfolgerungen/Conclusions: Die vorläufigen Ergebnisse betonen die Bedeutung präziser Dosimetrie in der Radiojodtherapie zur gezielten Behandlung der autonomen Komponente und Vermeidung einer posttherapeutischen Hypothyreose. Hierbei sollten Verteilungsfaktor und unterschiedliche Halbwertszeiten berücksichtigt werden; weitere Analysen mit größerer Patientenkohorte und weitere, spätere Messzeitpunkte sind jedoch erforderlich.


Publication History

Article published online:
12 March 2025

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