Rofo 2025; 197(S 01): S51-S52
DOI: 10.1055/s-0045-1802816
Abstracts
Vortrag (Wissenschaft)
Neuroradiologie

Bestimmung der Druckstufe ventrikuloperitonealer Shuntventile mittels CT-Rekonstruktion: Brauchen wir noch Röntgenuntersuchungen?

Autor*innen

  • R J Serger

    1   Universitätsklinikum Essen, Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradio, Essen
  • M Schüssler

    3   Universitätsklinikum Essen, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Essen
  • H Styczen

    3   Universitätsklinikum Essen, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Essen
  • M Opitz

    3   Universitätsklinikum Essen, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Essen
  • S Zensen

    4   Universitätsklinikum Essen, Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Essen
  • B Yildirim

    4   Universitätsklinikum Essen, Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Essen
  • C Deuschl

    4   Universitätsklinikum Essen, Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Essen
  • Y Li

    4   Universitätsklinikum Essen, Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Essen
  • M Forsting

    4   Universitätsklinikum Essen, Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Essen
  • D Bos

    4   Universitätsklinikum Essen, Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Essen
 
 

Zielsetzung Das Ziel dieser Studie ist es zu untersuchen, ob es möglich ist, die Einstellung des ventrikuloperitonealen (VP)-Shuntventils mittels Maximum-Intensity-Projection (MIP)-Rekonstruktion aus einem nativen Fulldose-Schädel-CT im Vergleich zu Röntgenbildern zuverlässig abzulesen.

Material und Methoden Die retrospektive Studie schloss 59 Patienten mit VP-Shunt ein (43% männlich, 57% weiblich; mittleres Alter 59±25 Jahre; alle gleiches Shunt-Modell), die zwischen Januar und Juli 2024 am selben Tag mittels Schädel-Röntgen zur Beurteilung der Druckstufe ihres VP-Shunts und nativem Fulldose-Schädel-CT untersucht wurden. Shunt Ventil MIPs wurden rekonstruiert und die hierfür benötigte Zeit gemessen. Die Ventileinstellung und die allgemeine Bildqualität der MIP-Rekonstruktionen und Röntgenuntersuchungen wurden anhand einer 5-Punkte-Likert-Skala von zwei Radiologen verblindet bewertet. Die mittlere Strahlendosis von CT und Röntgen wurde ermittelt.

Ergebnisse MIP-Rekonstruktionen der VP-Shuntventile wurden aus allen nativen Schädel-CTs (mittlerer volumetrischer CT-Dosis-Index CTDIvol 35±10 mGy) erstellt und mit der jeweiligen Röntgenaufnahme (mittleres Dosis-Flächen-Produkt DFP 0.12±0.29 Gy-cm2) verglichen. Die mittlere Rekonstruktionszeit betrug 70 Sekunden (SD 120; Spannweite: 38 – 300 Sekunden). Bei allen MIP-Rekonstruktionen konnte die Ventileinstellung beurteilt werden, 95% stimmten mit den Werten aus den Röntgen-Bildern überein. Die Bildqualität der MIP-Rekonstruktion wurde schlechter bewertet als die des Röntgenbildes (median 2 (IQR 2) vs. 4 (IQR 1), p <0.001). Die Interrater-Reliabilität war für beide Ventilauswertungen nahezu perfekt (jeweils Kappa=0.97).

Schlussfolgerungen Mit Hilfe der MIP-Rekonstruktion aus einem nativen Schädel-CT kann die Druckstufe eines VP-Shunts schnell und zuverlässig beurteilt werden. Dadurch kann in den meisten Fällen auf eine zusätzliche Röntgenuntersuchung verzichtet und Strahlendosis eingespart werden.


Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
25. März 2025

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