Geburtshilfe Frauenheilkd 2024; 84(10): e145-e146
DOI: 10.1055/s-0044-1790767
Abstracts │ DGGG

Untersuchungen zum Kenntnisstand und zur Einnahmepraxis von Schmerzmitteln in der Schwangerschaft mittels interviewbasierter Fragebogenstudie an Wöchnerinnen unter Beachtung des neonatologischen Outcomes an einem Perinatalzentrum Level I und einem Krankenhaus der Normalversorgung

Authors

  • L. Honig

    1   Universitätsfrauenklinik Magdeburg, Magdeburg, Deutschland
  • A. Ignatov

    1   Universitätsfrauenklinik Magdeburg, Magdeburg, Deutschland
  • K. Freese

    2   Krankenhaus St. Marienstift, Frauenklinik, Magdeburg, Deutschland
  • A. Redlich

    1   Universitätsfrauenklinik Magdeburg, Magdeburg, Deutschland
 
 

Zielsetzung: Ziel dieser Studie ist es, einen Überblick über den Kenntnisstand zur möglichen Anwendung von Schmerzmitteln und deren Einnahmepraxis während der Schwangerschaft zu erhalten. Des Weiteren wird das neonatale Outcome nach präpartaler Schmerzmittelexposition betrachtet.

Materialien: Für diese Studie wurde ein Fragebogen entwickelt, der die Teile Anamnese, Einnahmepraxis und Kenntnisstand umfasst.

Methoden: Es wurden jeweils 450 Wöchnerinnen in der Universitätsfrauenklinik und dem Krankenhaus St. Marienstift in Magdeburg mittels Fragebogen interviewt. Die Daten wurden deskriptiv sowie mittels Chi-Quadrat-Tests, t-Tests, Mann-Whitney-U-Tests und Kruskal-Wallis-H-Tests mit SPSS ausgewertet.

Ergebnisse: Zwischen den beiden Untersuchungskollektiven ergaben sich keine wesentlichen Unterschiede. Insgesamt (n=900) hatten 89% Schmerzen während der Schwangerschaft, 66% nahmen ein Schmerzmittel ein, davon vor allem Paracetamol (84,6%), gefolgt von Ibuprofen (23,6%). Häufigste Gründe waren dabei Kopf- oder Rückenschmerzen, Einnahmedosis und -dauer waren gering. Die Variablen Parität (p=0,033), Migräne (p<0,001) und Vorerkrankung (p=0,003) hatten einen signifikanten Einfluss auf die Schmerzmitteleinnahme. Der Kenntnisstand der Wöchnerinnen zeichnete sich als gering ab. Insbesondere bei den Over-the-counter-Analgetika war der Kenntnisstand zur empfohlenen Anwendungsmöglichkeit in der Schwangerschaft gering. Siginifikanten Einfluss auf den Kenntnisstand hatten die Variablen Parität (p<0,001), Migräne (p=0,014) und Vorerkrankungen (p=0,015). Auf das neonatale Outcome hatte die präpartale Schmerzmittelexposition bis auf einen höheren arteriellen Nabelschnur-pH bei Ibuprofen (p=0,036) keinen großen Einfluss.

Zusammenfassung: Schmerzen während der Schwangerschaft sind häufig, wohingegen der Kenntnisstand zur Anwendungsmöglichkeit von Analgetika in der Schwangerschaft gering ist. Aufgrund des hohen Einflusses von Parität, Migräne und anderen Vorerkrankungen auf Einnahmepraxis und Kenntnisstand sollten diese Variablen besondere Berücksichtigung in der Beratung von Schwangeren finden.


Interessenskonflikt

Ich erkläre als korrespondierende/r AutorIn, dass meine KoautorenInnen mir mitgeteilt haben, dass sie während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen oder persönlichen Verbindungen im oben genannten Sinne hatten. Auch ich selbst hatte keine derartigen Verbindungen in den letzten 3 Jahren.

Publication History

Article published online:
01 October 2024

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