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DOI: 10.1055/s-0043-1770445
Die sozialräumliche Ansteckung von Übergewicht bei Kindern im einschulungsfähigen Alter: eine Mehrebenanalyse mit Daten der Schuleingangsuntersuchung der Städteregion Aachen aus den Jahren 2015 bis 2019
Authors
Einleitung Jüngere Studien verdeutlichen, dass neben dem sozioökonomischen Hintergrund eines Individuums auch seine sozialräumliche Verortung Einfluss auf Gesundheit und Gesundheitsverhalten nimmt. Hieran setzt die vorliegende Studie an und untersucht, ob die familiäre Bildung mit Übergewicht von Kindern im einschulungsfähigen Alter zusammenhängt und inwieweit die aggregierte Bildung auf Sozialraumebene diesen Zusammenhang beeinflusst.
Methoden Grundlage der Untersuchung bilden die Daten der Schuleingangsuntersuchung der Jahre 2015 bis 2019 der Stadt Aachen, die Informationen zum Übergewicht und der familiären Bildung sowie zu weiteren Kontrollvariablen beinhalten.
Ergebnisse Die Ergebnisse der binär-logistischen Regressionsmodelle zeigen, dass Kinder mit einer geringeren familiären Bildung ein höheres Risiko für Übergewicht besitzen. Diese Unterschiede verringern sich mit abnehmendem Bildungsniveau auf Sozialraumebene zuungunsten von Kindern mit einer höheren familiären Bildung. Demnach steigt das Risiko von Übergewicht signifikant mit abnehmendem Bildungsniveau auf Sozialraumebene für Kinder mit einer höheren familiären Bildung.
Schlussfolgerung Kinder aus bildungsferneren Haushalten besitzen zwar ein höheres Risiko für Übergewicht. Diese Unterschiede gleichen sich aber zu Lasten von Kindern aus bildungsnäheren Haushalten an, wenn das allgemeine Bildungsniveau auf Sozialraumebene sinkt. Diese sozialräumliche Ansteckung von Übergewicht bereits in sehr jungen Jahren gilt es durch Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung stärker zu berücksichtigen.
Publication History
Article published online:
22 August 2023
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Georg Thieme Verlag
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