Rofo 2023; 195(S 01): S27
DOI: 10.1055/s-0043-1763012
Abstracts
Vortrag (Wissenschaft)
Interventionelle Radiologie (Onkologische Interventionen)

Radioembolisation bei Lebermetastasen von neuroendokrinen Tumoren (NELM): prognostische Faktoren für Gesamtüberleben (OS) und (hepatisches) progressionsfreies Überleben (HPFS und PFS)

Authors

  • M Ingenerf

    1   Klinikum der Universität München, LMU München, Klinik und Poliklinik für Radiologie, Munich
  • F Grawe

    2   Klinik und Poliklinik für Radiologie, Klinikum der Universität München, LMU München, München
  • M Winkelmann

    3   Klinik und und Poliklinik für Radiologie, Klinikum der Universität München, LMU München, Munich
  • J Rübenthaler

    3   Klinik und und Poliklinik für Radiologie, Klinikum der Universität München, LMU München, Munich
  • C Schmid-Tannwald

    3   Klinik und und Poliklinik für Radiologie, Klinikum der Universität München, LMU München, Munich
  • J Ricke

    3   Klinik und und Poliklinik für Radiologie, Klinikum der Universität München, LMU München, Munich
  • M Seidensticker

    3   Klinik und und Poliklinik für Radiologie, Klinikum der Universität München, LMU München, Munich
  • M Fabritius

    3   Klinik und und Poliklinik für Radiologie, Klinikum der Universität München, LMU München, Munich
  • M Zacherl

    4   Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Klinikum der Universität München, München
  • C Auernhammer

    5   Medizinische Klink 4, Klinikum der Universität München, LMU, München
 
 

Zielsetzung Evaluation von prognostischen klinischen und bildgebenden Parametern für ein besseres Outcome bei Patienten mit NELM nach transarterieller Radioembolisation (TARE).

Material und Methoden 47 Patienten mit NELM, bei denen eine prä-interventionelle Leber-MRT mit DWI und eine 68Ga-DOTATATE-PET/CT vorlag, wurden retrospektiv eingeschlossen. Der "apparent diffusion coefficient" (ADC) und der "standardized uptake value " (SUV) von drei Lebermetastasen und von tumorfreier Milz und Leber wurden gemessen. Zusätzlich wurde das Verhältnis von Tumor zu Milz (T/S) und von Tumor zu Leber (T/L) (mit möglichen Kombinationen von SUVmax/SUVmax, SUVmax/SUVmean und SUVmean/SUVmean) berechnet. Klinische Parameter, einschließlich Tumorlast, das Vorliegen extrahepatischer Metastasen, vorherige Therapien, Chromogranin A (CgA), Ki-67 und Bilirubinspiegel wurden ausgewertet. Zielparameter für das Patientenoutcome waren OS, HPFS und PFS.

Ergebnisse Das mediane OS, HPFS und PFS betrug 49,6, 28,3 bzw. 13,1 Monate (m). Ein niedriger Ki-67 (≤5%), eine niedrige hepatische Tumorlast (<10%), das Fehlen extrahepatischer Metastasen und ein erhöhtes Tmean/Lmax-Verhältnis waren signifikante prognostische Faktoren für ein längeres OS und HPFS in der multivariablen Cox-Regression. Tmean/Lmax>1,9 resultierte in einem medianem OS von 69 vs. 33m (p<0,04) und in einem medianen HPFS von 30 vs. 19m (p=0,09). Daneben war ein niedriger CgA-Ausgangswert signifikant mit einem längeren HPFS assoziiert, ADCmin war lediglich in der univariablen Analyse für HPFS prognostisch. Für ein längeres PFS konnte ein höherer baseline SUVmax als einziger Parameter im multivariablen Modell identifiziert werden; SUVmax>28 führte zu einem medianem PFS von 16,9m (vs. 6,5m , p=0,001).

Schlussfolgerungen Hohe prätherapeutische Tmean/Lmax-Verhältnisse und hohe SUVmax Werte bei Patienten mit NELM scheinen einen prognostischen Wert für das Outcome nach TARE zu haben, und könnten neben bekannten Parametern wie der Tumorlast eine Rolle bei der Patientenauswahl und dem Management spielen.


Publication History

Article published online:
13 April 2023

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