Intensivmedizin up2date 2017; 13(03): 311-326
DOI: 10.1055/s-0043-112226
Internistische Intensivmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Gefäßkomplikationen nach perkutanen Interventionen

Authors

  • Paul Hartveg

  • Armin Imhof

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Publication Date:
06 September 2017 (online)

Allen endovaskulären Verfahren wohnt das Risiko für gefäßbezogene Komplikationen inne, welche die Morbidität und Mortalität des Patienten erhöhen. Ziel muss es daher sein, die potenziellen vaskulären Komplikationen von Beginn an zu berücksichtigen und zu jedem Zeitpunkt Strategien zu deren Vermeidung und für das Komplikationsmanagement zur Verfügung zu haben. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten und potenziell lebensbedrohlichen Komplikationen nach perkutanen, endovaskulär durchgeführten Interventionen und deren mögliches Management dar.

Kernaussagen
  • Arterielle und venöse endovaskuläre Interventionen nehmen weiter zu und bergen ein immanentes Risiko für vaskuläre Komplikationen.

  • Die vaskulären Komplikationen erhöhen die Morbidität und Mortalität der Patienten.

  • Neue Zugangswege und Materialien beeinflussen das Risiko für Gefäßkomplikationen in beide Richtungen.

  • Die Vermeidung von vaskulären Komplikationen beginnt mit der Planung des Eingriffs.

  • Einrichtungsspezifische, interdisziplinär festgelegte und standardisierte Vorgehensweisen bei vaskulären Komplikationen sind sinnvoll.

  • Fast alle vaskulären Komplikationen während oder nach endovaskulären Eingriffen sind konservativ oder interventionell beherrschbar.

  • Das Komplikationsmanagement muss interdisziplinär erfolgen.

  • In Abhängigkeit vom Eingriffsspektrum müssen entsprechende Möglichkeiten für das Management von vaskulären Komplikationen vorgehalten werden:

    • diagnostisch:

      • Dopplersonografie

      • CT

      • Angiografie etc.

    • therapeutisch:

      • Schleusen

      • Katheter

      • Ballons

      • Stents, Stentgrafts

      • Coils etc.

  • Die generelle Gabe von Antidoten bzw. gerinnungsaktiven Substanzen muss vermieden werden und kann nur individuell entschieden werden. Der Einsatz dieser Substanzen sollte zurückhaltend erfolgen als Teil einer umfassenden Strategie zum Komplikationsmanagement.