Paul C.
et al.
Calcipotriol plus betamethasone dipropionate aerosol foam provides superior efficacy
vs. gel in patients with psoriasis vulgaris: randomized, controlled PSO-ABLE study.
J Eur Acad Dermatol Venereol 2017;
3: 119-126
Viele Patienten mit leichter bis mäßiger Psoriasis werden ausschließlich topisch behandelt.
Das kann umständlich und zeitintensiv sein, denn die Haut muss täglich eingecremt
werden. Studien zeigen, dass die Therapietreue auch von der Art des Therapeutikums
abhängt – die meisten Patienten bevorzugen Substanzen, die schnell und leicht anzuwenden
sind, schnell absorbiert werden und nicht fetten. Eine Arbeitsgruppe hat deshalb jetzt
untersucht, ob eine etablierte Kombinationstherapie (50 µg/g Calcipotriol und 0,5 mg/g
Betamethasondipropionat; Cal/BD) als Aerosol-Schaum besser angenommen wird als eine
Gel-Zubereitung.
Schaum wirkt schneller und effektiver
463 Patienten mit leichter bis mäßiger Psoriasis wurden in vier Gruppen randomisiert:
Cal/BD-Schaum, Cal/BD-Gel, reine Schaum-Trägersubstanz und Gel-Trägersubstanz. Nach
4 Wochen hatte der Cal/BD-Schaum bessere Erfolgsraten als das Cal/BD-Gel nach 8 Wochen
(38 vs. 22 %, p < 0,001). Diese Überlegenheit des Schaums zeigte sich (unabhängig
von der Ausprägung der Psoriasis) bereits nach 1 Woche – und blieb dann bis zum Ende
des Beobachtungszeitraums nach 12 Wochen bestehen.
Die mittlere Zeit bis zum Behandlungserfolg (TTTS) betrug mit dem Schaum 6 Wochen.
Für das Gel konnte keine TTTS ermittelt werden, weil die erforderliche 50 %-Rate nicht
erreicht wurde. In beiden Gruppen profitierten Patienten, bei denen nach kurzer Zeit
noch keine Besserung erzielt worden war, von der Weiterbehandlung; die kumulativen
Besserungsraten stiegen weiter an.
Patienten bevorzugen den Schaum
Die Nebenwirkungsrate war in beiden Gruppen niedrig: Bei 7,6 % der mit Cal/BD-Schaum
behandelten Patienten traten unerwünschte Effekte der Medikation auf und bei 7,3 %
der mit dem Gel behandelten. Es handelte sich fast immer um einmalige Ereignisse –
bis auf einen Juckreiz beim Schaum (2,7 %) und eine Verschlechterung der Psoriasis
beim Gel (1,6 %).
Mehr Patienten in der Schaum-Gruppe als in der Gel-Gruppe fanden die Behandlung effektiv
und leicht anzuwenden und zogen sie bisherigen topischen und systemischen Therapeutika
vor. Das könnte insbesondere deshalb wichtig sein, weil die Chancen auf eine gute
Therapietreue steigen, wenn die Anwender zufrieden sind mit der Therapie.
Eine vierwöchige Behandlung mit einem Cal/BD-Schaum war effektiver als eine achtwöchige
Behandlung mit einem Cal/BD-Gel. Wegen des schnelleren Behandlungserfolgs war die
Menge der resorbierten Substanzen beim Schaum geringer und die Patientenzufriedenheit
größer. Die Nebenwirkungsrate war in beiden Gruppen ähnlich niedrig. Patienten, die
nach 4 bzw. 8 Wochen noch keine Besserung erfahren hatten, profitierten von einer
Weiterbehandlung – mit weiterhin guter Therapiesicherheit.
Dr. Nina Drexelius, Hamburg