Geburtshilfe Frauenheilkd 2022; 82(10): e66
DOI: 10.1055/s-0042-1756802
Abstracts | DGGG

Primäre Re-Re-Re-Sectio in 24+6 SSW aus mütterlicher Indikation bei schwerem Atemnotsyndrom durch COVID-19 Infektion

Authors

  • AM Eschenbach

    1   Universitätsfrauenklinik Dresden, TU Dresden, Dresden, Deutschland
  • JL Winkler

    1   Universitätsfrauenklinik Dresden, TU Dresden, Dresden, Deutschland
  • L Mense

    2   Universitätskinderklinik Dresden, TU Dresden, Dresden, Deutschland
    3   Zentrum für fetoneonatale Gesundheit, TU Dresden, Dresden, Deutschland
  • P Wimberger

    1   Universitätsfrauenklinik Dresden, TU Dresden, Dresden, Deutschland
  • C Birdir

    1   Universitätsfrauenklinik Dresden, TU Dresden, Dresden, Deutschland
    3   Zentrum für fetoneonatale Gesundheit, TU Dresden, Dresden, Deutschland
 
 

Zusammenfassung Eine COVID-19-Infektion in der Schwangerschaft ist mit einer Erhöhung mütterlichen sowie fetalen Morbidität assoziiert. . Nachfolgend wird ein Fall mit schwerem Atemnotsyndrom bei Covid-19-Infektion in der Schwangerschaft diskutiert.

Anamnese und klinischer Befund Die Vorstellung von der Patientin in der Notaufnahme erfolgte aufgrund von progredienter Dyspnoe, Husten und Fieber in der 24 + 4. Schwangerschaftswoche bei einer vordiagnostizierten Covid-19-Infektion.

Diagnose, Therapie und Verlauf Die Patientin erhielt eine antivirale Therapie mit Casirivimab/Imdevimab (600/600 mg) sowie bei spO2 von 92% eine high-flow Sauerstofftherapie. Die zunächst mit Prednisolon begonnene Glukokortikoidtherapie wurde am Folgetag auf das plazentagängige Dexamethason (4 x 6 mg i.m. im Abstand von je 12 Stunden) umgestellt, um die Lungenreifeinduktion zu gewährleisten.

Trotz maximaler konservativer Therapie konnte keine ausreichende Oxygenierung erreicht werden, sodass die Indikation zur Intubation gestellt wurde.

Im interdisziplinären Austausch entschieden wir uns zur Entbindung durch primäre Re-Re-Re Sectio caesarea.

Der Eingriff erfolgte komplikationslos (Gewicht: 725 g, APGAR:3/5/5, NapH: 7,36). Im postoperativen Verlauf besserte sich die Oxygenierung deutlich und die perioperativ begonnene inhalative Stickstoffmonoxidtherapie konnte beendet werden.

Zwei Tage darauf kam es am ehesten vagal getriggert zu einer Bradyasystolie mit anschließender erfolgreicher kardiopulmonaler Reanimation. Ferner erfolgten eine invasive Kühlung bei therapierefraktärer Pyrexie, die Therapie einer Lungenarterienembolie sowie die Bromocriptintherapie im Rahmen einer schwangerschaftsinduzierten Kardiomyopathie mit LVEF von ca. 25%.

Am elften postperativen Tag konnte die Patientin extubiert auf unsere gynäkologische IMC und anschließend Normalstation verlegt werden. Die Entlassung erfolgte am 18. postoperativen Tag in stabilem kardiorespiratorischem Allgemeinzustand.


Interessenkonflikt

Ich erkläre als korrespondierender Autor, dass meine Koautoren mir mitgeteilt haben, dass sie während der letzten 3 Jahre keine wirtschaftlichen oder persönlichen Verbindungen im oben genannten Sinne hatten. Auch ich selbst hatte keine derartigen Verbindungen in den letzten 3 Jahren.

Publication History

Article published online:
11 October 2022

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