Rofo 2022; 194(S 01): S69-S70
DOI: 10.1055/s-0042-1756566
Abstract
Case-Report
Gefäßdiagnostik

Inguinale Schmerzen nach Kniegelenksempyem: infiziertes Aneurysma der Aorta

Authors

  • R Hendel

    1   Universitätsklinik Würzburg, Radiologie, Würzburg
  • P J Grunz

    2   Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum, Würzburg
  • S Christner

    3   Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum, Würzburg
  • T Bley

    3   Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum, Würzburg
 
 

Einleitung Infizierte Aneurysmata (IA) sind selten. Meist sind Bakterien ursächlich. Symptome sind lokalisationsabhängig und signalisieren beginnende oder eingetretene Gefäßruptur. Sepsis und innere Blutung verursachen hohe Mortalität [1]. Präsentiert wird ein Fall mit IA nach Kniegelenksempyem.

Amamnese Ein 70-jähriger Mann stellte sich mit inguinalen Schmerzen vor. Kurz zuvor war er mit Kniegelenksempyem in Behandlung. Bei Gelenkspülungen wurde hier intraartikulär Staph. aureus nachgewiesen. Nun zeigte sich eine septische Laborkonstellation. Die arterielle Phase der Computertomographie mit Kontrastmittel zeigte ein lobuliertes 5 cm Aneurysma der abdominelle Aorta kaudal der Nierenarterien mit umgebender Weichgewebsvermehrung (Abb.1+2). Die Volumenrekonstruktion zeigt die Form (Abb.3). Der Patient verstarb beim Versuch der operativen Sanierung.

Diskussion Die Diagnose des IA wird in Zusammenschau von Anamnese, Klinik, Labor und Bildbefund gestellt [2]. IA sind oft pilzförmige (mykotische) Pseudoaneurysmata. Pulsierender Schmerz ist das häufigste Symptom eines IA der abdominellen Aorta. Bei Vorstellung zeigen 47–61% eine gedeckte (bevorstehende) Ruptur. Progredienz führt zu freier Ruptur mit hoher Mortalität. Wandunregelmäßigkeiten, perivaskuläres Ödem oder Weichteilvermehrung sind frühe Korrelate der Aortitis im CT [1]. Die Therapie ist von lokaler Expertise abhängig. Endovaskulär versorgte Patienten zeigten ein besseres Kurzzeitüberleben als offen chirurgisch versorgte [3].

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Abb. 1
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Abb. 2


Publication History

Article published online:
29 August 2022

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