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DOI: 10.1055/s-0042-1755689
Ein auf Low-Carb Ernährung und „Coping“-Strategien fokussierter Gewichtsreduktionskurs ist einfach und erfolgreich (#84)
Einleitung Eine Low-Carb-Ernährung kann einen erfolgreichen Weg zu einer dauerhaften Gewichtsreduktion darstellen. Allerdings beeinträchtigen neurophysiologische und psychologische Abwehrmechanismen des sich an einen niedrigen Blutzucker (BZ) anzupassen gezwungenen Gehirns den Langzeiterfolg: Die Wahrnehmung von niedrigem/abfallendem BZ erzeugt Hunger; die positive Verstärkung durch Zucker mittels Dopamin (Sucht-Effekt) ist vermindert; Sättigung durch Leptin und Insulin bleiben aus; Cues triggern die Aufnahme von High-Carb-Lebensmitteln (Konditionierung); Aufnahme von Glukose entspricht dysfunktionaler Emotionsbewältigungsstrategie (emotionales Essen); im Stress führt ein Blutzuckerabfall zu einem imperativem Essimpuls (egoistisches Gehirn).
Methoden Unser dazu entwickeltes Konzept wurde in einem Abnehme-Kurs mit wöchentlichen Treffen über ein Jahr angewandt. Während dieser Treffen wurde Wissen über die beschriebenen Mechanismen vermittelt. Zusätzlich wurden die aufgeführten psychologischen Erlebnisse erfasst und die Teilnehmern mit funktionalen Strategien ausgestattet. Ein kundiger Gesprächsführer leitete die Gruppe.
Ergebnisse 15 Teilnehmer beendeten den Kurs (in 3 Gruppen), 4 verließen den Kurs in den ersten 4 Monaten. Der mittlere Gewichtsverlust nach einem Jahr betrug 10.0 kg (Mean+_1,4 SEM, Median 10,7) oder 9,5%. Adipositas-bezogene Laborparameter besserten sich deutlich.
Schlussfolgerung Unsere Daten zeigen, dass es möglich ist, im Gruppensetting allein durch Wissensvermittlung und Besprechung des Umgangs mit zu erwartenden negativen Erlebnissen eine Gewichtsreduktion zu erreichen, die vielen anderen Abnehm-Programmen überlegen ist bei geringem Aufwand.
Publikationsverlauf
Artikel online veröffentlicht:
11. Oktober 2022
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