Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2022; 19(02): e38
DOI: 10.1055/s-0042-1748438
Abstracts | DGS

PD1, PD-L1 und PD-L2 beim tripelnegativen Mammakarzinom

Authors

  • K. Schüler

    1   Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie, Halle (Saale), Deutschland
  • D. Bethmann

    2   Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Pathologie, Halle (Saale), Deutschland
  • K. Stückrath

    1   Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie, Halle (Saale), Deutschland
  • S. Kaufhold

    1   Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie, Halle (Saale), Deutschland
  • M. Staege

    3   Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Poliklinik für Pädiatrie I und Abteilung für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Halle (Saale), Deutschland
  • E.J. Kantelhardt

    1   Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie, Halle (Saale), Deutschland
    4   Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik, Halle (Saale), Deutschland
  • C. Thomssen

    1   Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie, Halle (Saale), Deutschland
  • M. Vetter

    1   Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Poliklinik für Gynäkologie, Halle (Saale), Deutschland
 
 

Zielsetzung Tumorinfiltrierende Lymphozyten (TILs) sowie der Signalweg zwischen PD1, PD-L1 und PD-L2 beeinflussen den Krankheitsverlauf beim tripelnegativen Mammakarzinom (TNBC). Das Ziel unserer Arbeit ist, die Assoziation von PD1, PD-L1 und PD-L2 mit TILs zu untersuchen und deren Einfluss auf das krankheitsfreien Überleben (RFI) und Gesamtüberleben (OS) zu analysieren.

Materialien/Methoden In einer Gesamtkohorte von Patientinnen mit primärem Mammakarzinom (n=1270, NCT 01592825) wurde bei 153 Patientinnen ein TNBC diagnostiziert. Stromale TILs wurden in HE-Schnitten als kontinuierlicher Parameter je 10% Anstieg bestimmt. Aus Microarrayanalysen (Affymetrix®​, HG U133 Plus 2.0) wurde die RNA-Expression für PD1, PD-L1 und PD-L2 ausgelesen (n=115). Über den Youden Index wurde die Hoch- und Runterregulation der Faktoren definiert. Die bivariate Korrelation nach Spearman sowie Überlebensanalysen nach Kaplan-Meier und Cox-Modell (adjustiert an Tumorgröße, Nodalstatus) erfolgten mittels SPSS.

Ergebnisse TILs wurden für alle Patientinnen bestimmt, PD1 und PD-L1 korrelierten nicht und PD-L2 korrelierte schwach (r=0.322, p<0.001) mit TILs. Ein Anstieg der TILs um 10% zeigte ein verbessertes RFI (HR 0,946; 95%KI 0,790-1,132), jedoch keinen Unterschied im OS (HR 0,998; 95%KI 0,824-1,208). Eine Hochregulation von PD1 und PD-L2 führte zu einem 1,6-fach bzw. 2,0-fach schlechteren RFI und einem 3,7-fach bzw. 1,7-fach schlechteren OS. Im Gegensatz dazu führte eine hohe Expression von PD-L1 zu einem besseren RFI (HR 3,306; 95%KI 1,494-7,319; p=0,003) und OS (HR 1,866; 95%KI 0,784-4.442).

Zusammenfassung Die Expression von PD1 und PD-L1 ist unabhängig von TILs. In unserer Analyse führte eine Hochregulation von PD-L1 zu einem signifikant verbesserten krankheitsfreien Überleben, damit wäre es als Faktor zur Beurteilung der Prognose geeignet.


Interessenskonflikt

Ich erkläre als korrespondierender Autor, dass ich oder einer bzw. mehrere meiner Ko-Autoren während der letzten 3 Jahre wirtschaftliche oder persönliche Verbindungen im oben genannten Sinne hatten: Interessenskonflikt Details Christoph Thomssen: Amgen, Astra Zeneca Celgene, Daiichi-Sankyo, Eisai, Lilly, MEDA-Pharma, MSD, Novartis, Pfizer, Pierre-Fabre, Roche, Vifor

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Article published online:
21 June 2022

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