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DOI: 10.1055/s-0042-117106
Akne – Erhöhtes Risiko für ein metabolisches Syndrom
Publication History
Publication Date:
13 October 2016 (online)
M. Nagpal und Kollegen aus Indien haben untersucht, wie häufig junge Männer mit Akne
an einem metabolischen Syndrom leiden und ob der Schweregrad der Hautkrankheit mit
dem Auftreten der Stoffwechselstörung korreliert.
JAMA Dermatol 2016; 152: 399–404


In der Pathogenese der Akne spielen Androgene eine entscheidende Rolle. Gesteigert wird die Synthese u. a. infolge der physiologischen Insulinresistenz während der Pubertät und der daraus folgenden Hyperinsulinämie. Sowohl die erhöhten Insulinspiegel – über eine gesteigerte Synthese des Insulin-like-Wachstumsfaktors I – als auch die vermehrte Androgenproduktion tragen zur Akne bei. Die Insulinresistenz ist aber auch ein zentraler Bestandteil des metabolischen Syndroms. Ähnlichkeiten in der Pathogenese bestehen bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom, bei dem Akne ein häufiges Begleitsymptom ist.
An der Querschnittsstudie von M. Nagpal et al. nahmen 100 Männer mit Akne und 100 Kontrollpersonen ohne Akne im Alter zwischen 20 und 32 Jahren teil. Akne wurde klinisch diagnostiziert und hinsichtlich des Schweregrades nach dem Global Acne Grading System eingeteilt. Je 25 Probanden wiesen eine Akne mit jeweils einem der 4 Schweregrade auf. Für die Diagnose Metabolisches Syndrom galten die Kriterien Übergewicht, Hypertonie, Glukosestoffwechselstörung bzw. Diabetes mellitus und Hyperlipidämie (Cholesterin und HDL) gemäß des modifizierten National Cholesterol Education Program‘s Adult Treatment Panel III (NCEP-ATP III).
Beim Vergleich der beiden Gruppen ergab sich hinsichtlich des Body Mass Index kein Unterschied. Die Männer der Kontrollgruppe wiesen niedrigere Blutdruckwerte auf (im Durchschnitt 116,9 zu 76,2 mmHg vs. 120,2 zu 79,1 mmHg). Der Nüchternblutzucker lag mit 84,5 mg / dl bei den Kontrollen im Vergleich (88,2 mg / dl) statistisch signifikant niedriger. Bei den Nüchtern-Insulinwerten bestand jedoch kein Unterschied. Definiert nach einem HOMA-IR von > 2,5 ließ sich eine Insulinresistenz bei 11 % der Kontrollen versus 22 % der Patienten feststellen (p = 0,36). Ein metabolisches Syndrom bestand bei 17 % versus 9 % (Kontrollen), wobei dieser Unterschied keine statistische Signifikanz erreichte (p = 0,9). Die Männer mit der schwersten Akne wiesen im Vergleich zu leichtesten Ausprägung deutlich höhere BMI-Werte auf, die anderen Parameter zeigten hier keinen Zusammenhang.
Junge Männer mit Akne neigen unabhängig von der Ausprägung der Hautkrankheit zu hohem Blutdruck, Insulinresistenz, hohem Nüchternblutzucker sowie auffälligen HOMA-IR-Werten. Es gelte diese Patienten hinsichtlich eines Prä- / Diabetes zu überwachen, empfehlen die Autoren. Einschränkend erwähnen die Autoren den Querschnittcharakter ihrer Studie und weisen auf zukünftige Längsschnittstudien hin.
Dr. Susanne Meinrenken, Bremen


