Dialyse aktuell 2016; 20(08): 389-392
DOI: 10.1055/s-0042-116347
Transplantation
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

mTOR-Inhibition

Eine wichtige Therapieoption bei der Immunsuppression nach NierentransplantationmTOR inhibition – An important therapeutic option in immunosuppression after kidney transplantation

Authors

  • Christopher Gohlisch

    1   Med. Klinik mit SP Nephrologie, Campus Benjamin Franklin, Charité – Universitätsmedizin Berlin
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Publication Date:
10 October 2016 (online)

In den letzten 20 Jahren hat man sich viele Strategien überlegt, wie man Calcineurininhibitoren (CNI) als Immunsuppressiva ersetzen bzw. gegebenenfalls die bekannten negativen Wirkungen minimieren kann. Hier konnte man mTOR-Inhibitoren als potente immunmodulierende Substanzen identifizieren. Zahlreiche Studien konnten in den letzten Jahren CNI-freie bzw. CNI-reduzierte Protokolle unter Verwendung von mTOR-Inhibitoren untersuchen und haben versucht, eine gleiche Wirksamkeit zu belegen. Dies ist aber nur sehr bedingt gelungen. mTOR-Inhibitoren sind in ihrer immunsuppressiven Wirkung schwächer und es zeigte sich je nach Studienprotokoll eine bis zu 7-prozentige Erhöhung der Rate an akuter Rejektion, welche jedoch nicht zu einem früheren Transplantatverlust führte. Neben einer akuten Rejektion sind Nebenwirkungen wie eine Proteinurie von mehr als 1 g/d oder auch eine Anämie Gründe, um die Therapie mit mTOR-Inhibitoren frühzeitig zu beenden. Es gibt Hinweise darauf, dass mTOR-Inhibitoren Vorteile im Hinblick auf das Entstehen kardiovaskulärer Ereignisse aufweisen, eine verminderte Reaktivierung von BKV und CMV verursachen und auch eine hemmende Wirkung auf die Entstehung von nicht melanozytären Hauttumoren haben. In den meisten Studien hat sich gezeigt, dass Patienten, die die mTOR-Therapie gut vertragen, eine deutliche bessere Nierenfunktion aufweisen.

In the last 20 years, many immunosuppressive strategies were established in order to eliminate or reduce calcineurin inhibitors (CNI) as immunosuppressive drugs and to eliminate toxic side effects of CNIs. mTOR inhibitors were successfully identified, but the regular use is still very limited. Many studies established CNI-free or CNI-reduced mTOR-based immunosuppressive regimes. mTOR inhibitors have been shown to have a reduced immunosuppressive capacity resulting in a higher incidence of acute rejection with no earlier graft loss. Side effects, like gross proteinuria or anemia, are reasons to frequently change to non-mTOR immunosuppressive regimes. mTOR inhibitors show some advantages: There are hints for a better cardiovascular profile, a reduced reactivation of BK virus or CMV is observed and there is an inhibitory activity on non-melanoma skin tumors. Most studies were able to show a better renal function in patients tolerating mTOR- in comparison to CNI-based immunosuppression.