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DOI: 10.1055/s-0042-110741
GPT intern
Ergebnisse der Jahresmitgliederversammlung der GPT 2016Publication History
Publication Date:
26 July 2016 (online)
- Fortbildungsprogramm für Ärzte und Apotheker
- GPT beim EMA-Workshop zu Kinderarzneimitteln
- Vorstandswahlen
- GPT-Innovationspreis für neues Arzneimittel
Am 2. Juni 2016 fand im Rahmen des Phytotherapiekongresses in der Bonner Beethovenhalle die diesjährige Mitgliederversammlung der GPT unter der Leitung von Frau Professor Dr. Karin Kraft statt. Aus der Vorstandstätigkeit berichtete die amtierende Präsidentin insbesondere über die Einbindung der GPT in die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), in welcher sie die GPT als Delegierte vertritt und Herr Prof. Langhorst Aufgaben für die GPT in S3-Leitlinien-Kommissionen wahrnimmt. Neue Kontakte wurden zur niederländischen Fachgesellschaft für Phytotherapie (NVF) sowie zur Initiative Arzneimittel für Kinder e. V. (IKAM) geknüpft. Seit neuestem besteht ein kostenloser Zugang für GPT-Mitglieder zu den online publizierten ESCOP-Monografien. Die Schatzmeisterin Frau Cornelia Schwöppe erläuterte den Jahresabschluss 2015 und berichtete, dass zum Zeitpunkt der Versammlung die GPT 375 Mitglieder aufweist. Laut Vorstandsbeschluss vom 10. Mai 2016 erfolgt ein Briefversand an die GPT-Mitglieder künftig nur noch auf ausdrücklichen Wunsch des betreffenden Mitglieds.


Fortbildungsprogramm für Ärzte und Apotheker
Innerhalb der von Frau Pro. Dr. Karen Nieber dargestellten Aktivitäten des derzeit 11 Mitglieder umfassenden wissenschaftlichen Kuratoriums stehen die Planung und wissenschaftliche Begleitung der Kongresse und die Organisation von Fortbildungsveranstaltungen im Vordergrund. Hier ist insbesondere das Fortbildungsprogramm für Ärzte und Apotheker „Phytopharmaka und Phytotherapie“ zu erwähnen, zu dem bislang drei erfolgreiche und gut besuchte Module in Form von Wochenendseminaren stattgefunden haben. Für die Zukunft sind nach der turnusmäßigen Neubesetzung des Kuratoriums die Fortsetzung und Bündelung der genannten Aktivitäten geplant, um die Phytotherapie als festen Bestandteil der modernen Medizin und die GPT als wissenschaftliche Fachgesellschaft in Deutschland und Europa zu stärken.
GPT beim EMA-Workshop zu Kinderarzneimitteln
Prioritäten in den Aktivitäten des Beirats der korporativen Mitglieder bestehen insbesondere im regelmäßigen Austausch über die Arbeit des Herbal Medicinal Products Committee (HMPC), in der Diskussion aktueller Monografien und in der Verfassung eines Verbraucher-verständlichen Statements zu Pyrrolizidinalkaloiden in pflanzlichen Arzneimitteln, ebenso im kontinuierlichen Austausch zur Bewertung gesundheitsbezogener Aussagen in Nahrungsergänzungsmitteln. Beim „Extrapolation Workshop“ der EMA vom 17.-18. Mai 2016 in London, bei dem Möglichkeiten der Extrapolation von Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten in der pädiatrischen Anwendung diskutiert wurden, war die GPT durch Frau Prof. Nieber vertreten, drei weitere GPT-Mitglieder durch andere europäische Organisationen. Bei dieser Veranstaltung wurde eine NIS-basierte, iterative altersbasierte Extrapolation der klinischen Evidenz von Arzneimitteln bei Kindern sowie eine Sammlung von real-life-use Daten für in der Anwendung bei Kindern etablierte Arzneimittel vorgeschlagen. Die hohe Relevanz der Einbindung der GPT in diese Aktivitäten wurde von der Mitgliederversammlung nochmals bekräftigt.
Vorstandswahlen
Bei den alle 3 Jahre stattfindenden Vorstandswahlen wurden 2016 von der Mitgliederversammlung gewählt: Frau Dr. Heidi Braunewell, Herr Christoph-Daniel Hohmann, Herr Prof. Dr. Detmar Jobst, Herr Dr. Olaf Kelber, Frau Prof. Dr. Karin Kraft, Herr Prof. Dr. Jost Langhorst, Herr Dr. Günter Meng, Frau Cornelia Schwöppe, Herr Dr. Rainer Stange, Frau Dr. Barbara Steinhoff. Der neue Vorstand wählte aus seiner Mitte Frau Prof. Dr. Karin Kraft zur Präsidentin, Herrn Dr. Rainer Stange und Frau Dr. Barbara Steinhoff zu Vizepräsidenten und Frau Cornelia Schwöppe zur Schatzmeisterin. Herrn Dr. Nauert wurde einstimmig ohne Enthaltungen und ohne Gegenstimmen wiederum zum Kassenprüfer gewählt.
In Bezug auf zusätzliche Aktivitäten für die nächsten Jahre wurde über die Notwendigkeit einer stärkeren Verankerung der Phytotherapie in der Ausbildung von Medizinern und Pharmazeuten diskutiert. Die GPT-Gremien werden sich in Zukunft verstärkt dieser Thematik widmen.
Dr. Barbara Steinhoff
GPT-Innovationspreis für neues Arzneimittel
Das Pharmaunternehmen Birken wurde mit dem Innovationspreis der Gesellschaft für Phytotherapie ausgezeichnet. 16 Jahre hatte das baden-württembergische Unternehmen an einem neuen Wirkstoff aus Birkenrinde (Betulin) zur Behandlung von oberflächlichen Wunden geforscht. Die Indikation ist nun mit Studien evident belegt. Die Preisverleihung fand am 4.6. im Rahmen des wissenschaftlichen Jahreskongresses der GPT in Bonn statt.


Der Innovationspreis honoriert praxisorientierte Arbeiten, die den Stellenwert der Phytotherapie bei Patienten, Ärzten und Apothekern fördern. Beim Kongress in Bonn nahm Dr. Armin Scheffler die Auszeichnung für das jüngst zugelassene Arzneimittel Episalvan entgegen. Der ehemalige Birken-Vorstand war maßgeblich an der Entwicklung des Präparats beteiligt. Es wird zur Behandlung von oberflächlichen Haut- und Verbrennungswunden vom Grad IIa bei Erwachsenen angewendet. Episalvan ist damit das erste europäisch zugelassene Arzneimittel mit dem klinischen Nachweis der beschleunigten Wundheilung. Somit wurde ein völlig neues Therapiefeld für die Phytotherapie erschlossen. „Das Projekt zeigt, dass wissenschaftliche Neuentwicklungen in der Phytotherapie in Europa möglich sind, auch wenn der Weg lang und anstrengend ist. Der Innovationspreis honoriert diese Arbeit“, so Armin Scheffler.
Im April 2016 wurde die Birken AG durch die in London börsennotierte Amryt Pharma PLC. übernommen, die in der Entwicklung neuer Arzneimittel für seltene Erkrankungen tätig ist. In Zukunft soll die Weiterentwicklung des Präparates für eine Zulassung in der Indikation Epidermolysis bullosa (Schmetterlingshaut) erfolgen. Für diese seltene Erkrankung, von der v. a. Kinder betroffen sind, steht zurzeit noch keine Therapie zur Verfügung. Scheffler: „Das Preisgeld von 10 000 Euro werden wir daher auch über eine gemeinnützige Stiftung der weiteren Forschung und Entwicklung an Betulinen zur Verfügung stellen.“



