Aktuelle Dermatologie 2016; 42(05): 168
DOI: 10.1055/s-0042-105841
Derma-Fokus
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Xerosis – Therapieerfolg unabhängig von der Rezeptur

Authors

    Contributor(s):
  • Matthias Manych


J Eur Acad Dermatol Venereol 2016;
30(2): 276-281
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Publication History

Publication Date:
27 June 2016 (online)

 

Verschiedenen Hautcremes werden oft aufgrund ihrer speziellen Rezeptur mit einer überlegenen Wirksamkeit bei Xerosis beworben. Besonderes Interesse gilt den enthaltenen physiologischen Lipiden, natürlichen Feuchtigkeitsfaktoren und epidermalen Wachstumsfaktoren (Epidermal Growth Factor, EGF). J.H. Shim et al. haben die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener Externa untersucht.
J Eur Acad Dermatol Venereol 2016; 30: 276–281

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Für den Therapieerfolg ist v. a. eine regelmäßige Anwendung der Creme entscheidend. (© ccvision)

In der prospektiven, randomisierten, doppelblinden, kontrollierten Studie verglich die südkoreanische Arbeitsgruppe Präparate mit bzw. ohne EGF sowie 4 der am häufigsten eingesetzten therapeutischen Feuchtigkeitscremes. Eines dieser Mittel enthielt keine Ceramide. An der Studie konnten Patienten zwischen 20 und 70 Jahren teilnehmen. Die Xerosis-Diagnose wurde anhand der Xerosis Severity Scale (XSS) mit einem Wert von ≥ 3 definiert (auf beiden Schienbeinen). Zu den Ausschlusskriterien zählten bekannte bzw. vermutete dermatologische, therapiepflichtige Erkrankungen, Anwendung bzw. Einnahme von Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva oder Phototherapie 4 Wochen vor Studienbeginn.

Die Patienten wurden auf 5 Gruppen mit jeweils unterschiedlichen Präparaten randomisiert. Dabei trugen die Teilnehmer eine Creme mit der linken Hand auf das rechte Schienbein und das andere Präparat mit der rechten Hand auf das linke Schienbein auf, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden. Die exklusive Anwendung der vorgesehenen Hautpflegemittel erfolgte 2-mal täglich über 4 Wochen. Klinische Beurteilungen und nicht invasive Messungen fanden zu Studienbeginn, nach 14 und 28 Tagen statt.

Insgesamt konnten die Ergebnisse von 73 Patienten in die Analyse einbezogen werden. Die Ausgangsuntersuchungen ergaben zwischen den Gruppen vergleichbare Schweregrade der Xenosis. Über die Studiendauer von 4 Wochen reduzierten sich die XSS-Werte in allen Gruppen statisch signifikant (p < 0,01). Am Studienende waren die XSS-Werte mit allen Präparaten im vergleichbaren Ausmaß reduziert, wobei alle Patienten von moderaten bis sehr guten Verbesserungen profitierten. Das betraf auch Pruritus und die Hautempfindlichkeit. Die physikalsischen Messungen der Feuchtigkeit und des transepidermalen Wasserverlusts ergaben statistisch signifikante Verbesserungen in allen Gruppen (p < 0,05) und keine Unterschiede zwischen den einzelnen Externa. Die Verträglichkeit war insgesamt gut, es kam zu keinen schweren Nebenwirkungen.

Fazit

Alle in dieser Studie untersuchten Externa zur Behandlung der Xenosis verbesserten erfolgreich die klinischen Symptome. Nach Ansicht der Autoren lassen die Daten vermuten, dass alle auf dem Markt erhältlichen feuchtigkeitsspendenden Externa in der Lage sind, die Barrierefunktion der Haut wiederherzustellen. Die Autoren sind der Meinung, dass die konsequente Anwendung wichtiger sei als eine spezielle Rezeptur.




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Für den Therapieerfolg ist v. a. eine regelmäßige Anwendung der Creme entscheidend. (© ccvision)