Aktuelle Ernährungsmedizin 2021; 46(03): e4
DOI: 10.1055/s-0041-1729689
Posters
Cancer

SECHS JAHRE INTERDISZIPLINÄRE TRACHEOSTOMA-FACHAMBULANZ AM LANDESKRANKENHAUS FELDKIRCH

Authors

  • MM Wetzinger

    1   Diaetologie, Landeskrankenhaus Feldkirch, Feldkirch, Austria
 
 

Introduction Schluckstörungen sind meist durch die Grunderkrankung, wie Erkrankungen des Gehirns, neurologischen Erkrankungen, nach Operationen und Strahlentherapie im Hals- und Kopfbereich, oder durch Veränderungen der Speiseröhrenwand bedingt. Um die Betreuung dieses speziellen Patientenkollektivs zu verbessern wurde im November 2012 eine interdisziplinäre (HNO-Fachärztin, Logopädin, DGKS, Diaetologin) Tracheostoma-Fachambulanz eingerichtet.

Objectives Die Hauptgründe für den Besuch der Fachambulanz waren Krebs- (65 %) und neurologische Erkrankungen (21 %), Intensivpflichtigkeit (10 %), sowie funktionelle Ursachen (4 %). Um die Betreuung dieses speziellen Patientenkollektivs zu verbessern wurde im November 2012 eine interdisziplinäre (HNO-Fachärztin, Logopädin, DGKS, Diaetologin) Tracheostoma-Fachambulanz eingerichtet. Im Zeitraum bis Dezember 2019 wurden 156 Patienten (120 Männer, 34 Frauen, 2 Kinder) diaetologisch betreut.

Methods Es wurde ein diaetologisches Tracheostoma-Assessment entwickelt. Dieses umfasst neben dem von ESPEN empfohlenen Screening-Tool NRS-2002 nach Kondrup J. et al. [1], Parameter des ernährungsmedizinischen Status, Information über Art der Nahrungsaufnahme, ernährungsrelevante Probleme, Diagnosen und Behandlungsstatus.

Results Beim Erstkontakt lag das mittlere Körpergewicht bei 69.02 kg, entspricht BMI 24.44. Laut Ergebnisse des ernährungsmedizinischen Screenings liegt bei 82 Personen (52.65 %) bereits bei Erstkontakt ein Ernährungsrisiko (NRS-2002-Score ≥ 3 Punkte) vor. Hauptinhalte der diaetologischen Beratung und Ernährungstherapie waren Kalorieneinschätzung, Anpassung von Sondennahrung, Energieanreicherung, Konsistenz-Anpassung, Eiweißanreicherung, Einsatz von oralen Supplementen sowie der “Sondenaufbau”. 81 Personen (51.92 %) nutzen den Einsatz klinischer Ernährung (54 [34.61 %] PEG/PEJ, 25 [16.03 %] NGS, 2 [1.28 %] CVK), gefolgt von 62 Patienten (39.74 %) die orale Nahrung zu sich nehmen. Den Einsatz von ergänzender klinischer Ernährung nutzen 14 Personen (8.34 %). In der Subgruppe (≥ dreimal erhobenes Assessment, 53 P.) zeigt sich folgender Ausblick an: Das Körpergewicht (MW: 66.83 → 68.53 kg) sowie der BMI (MW: 23.49 → 24.30) steigt leicht an. Der NRS-2002-Score zeigt eine positive Umverteilung (NRS 0-2 [20→30]: NRS 3-7 [33→20], missing: 0→1) des Ernährungsrisikos.

Conclusion Die Entwicklung der Subgruppe untermauert die Annahme, dass die Einbindung der Abteilung Diaetologie eine Optimierung der Ernährungsversorgung für ambulante wie stationäre Patienten unterstützt, und dass eine interdisziplinäre Zusammenarbeit auch im Ambulanz-Setting gewinnbringend ist.

Disclosure of Interest None declared



Publication History

Article published online:
16 June 2021

© 2021. Thieme. All rights reserved.

Georg Thieme Verlag KG
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany