Nuklearmedizin 2021; 60(02): 144
DOI: 10.1055/s-0041-1726776
WIS-Vortrag
Radiochemie und -pharmazie

Synthese und in vitro Evaluierung von F-18-markierten Adenosin-A1-Rezeptor Partialagonisten

Authors

  • S Evcüman

    1   Forschungszentrum Jülich GmbH, Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Nuklearchemie (INM-5), Jülich
  • M Holschbach

    1   Forschungszentrum Jülich GmbH, Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Nuklearchemie (INM-5), Jülich
  • D Bier

    1   Forschungszentrum Jülich GmbH, Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Nuklearchemie (INM-5), Jülich
  • F Neumaier

    2   Universität zu Köln, Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Institut für Radiochemie und Experimentelle Molekulare Bildgebung, Köln
  • BD Zlatopolskiy

    2   Universität zu Köln, Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Institut für Radiochemie und Experimentelle Molekulare Bildgebung, Köln
  • B Neumaier

    1   Forschungszentrum Jülich GmbH, Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Nuklearchemie (INM-5), Jülich
 
 

Ziel/Aim Adenosin A1 Rezeptoren (A1R) sind für die neuroprotektive, anxiolytische und antiepileptische Wirkung von Adenosin verantwortlich und an unterschiedlichen physiologischen and pathologischen Prozessen im Gehirn beteiligt. Das Ziel dieser Arbeit war neue F-18-markierte A1R Partialagonisten basierend auf 2-Amino-4-phenyl-6-[(picolyl)thio]pyridin-3,5-dicarbonitril (APPD) [1] als Leitstruktur herzustellen und diese in vitro zu evaluieren.

Methodik/Methods 4-(3-Fluorethoxy)phenyl-6-(6-methyl-2-picolyl)thio- (FEMPD, 1), 4-(3-Fluorethoxy)phenyl-6-(5-methyl-3-picolyl)thio- (iso-FEMPD, 2) bzw. 4-(3-Fluor)phenyl-6-(6-methyl-2-picolyl)thio- (FMPD, 3) und 4-(3-Fluor)phenyl-6-(5-methyl-3-picolyl)thio- (iso-FMPD, 4) substituierte APPD Analoga sowie entsprechende Methansulfonyl- (F-18-1 und -2) bzw. Trimethylstannyl-Radiomarkierungvorläufer (F-18-3 und 4) wurden in 6 bzw. 5 Stufen aus 3-Hydroxy- bzw. 3-Brombenzaldehyd hergestellt. Die Radiofluorierung der Mesylat-Vorläufer erfolgte konventionell mit F-18-KF/K2CO3/K2.2.2 in MeCN bei 90 °C für 20 min. Die Trimethylstannyl-Vorläufer wurden mit der Cu-vermittelten Alkohol-unterstützten Methode radiofluoriert [2]. Die PET-Tracer wurden mittels HPLC isoliert und in einer Lösung aus 5 % EtOH in Kochsalzlösung formuliert. Bindungsstudien wurden mit H-3-DPCPX an Homogenaten der A1R-transfizierten CHO Zellen durchgeführt. Für autoradiographische Studien wurden Rattenhirnschnitte verwendet.

Ergebnisse/Results Radiomarkierungsvorläufer und Referenzverbindungen wurden in Gesamtausbeuten von 7–9 % synthetisiert. Alle vier Kandidaten zeigten nanomolare Affinitäten zum A1R (KI = 2.6–5.8 nm). F-18-1–4 wurden in radiochemischen Ausbeuten von 2–23 % und molaren Aktivitäten von > 40 GBq/µmol in 60 min erhalten. Autoradiographische Studien mit DPCPX bzw. NECA als Kompetitoren zeigten für alle Tracer ein typisches A1R Anreicherungsmuster mit geringer unspezifischer Bindung.

Schlussfolgerungen/Conclusions Die neuen radiofluorierten APPD-Derivate sind vielversprechende Tracer für die A1R-spezifische Bildgebung mittels PET.



Publication History

Article published online:
08 April 2021

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